Politische Rückschau: Viel los in den Semesterferien – Teil 2 | FURIOS Online
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Politische Rückschau: Viel los in den Semesterferien – Teil 2

Zum Start der zweiten Vorlesungswoche liefern Felix Lorber und Julian von Bülow Teil 2 der politischen Rückschau. Sie werfen einen Blick auf neue Exzellenz-Erfolge und die Maaßen-Debatte.

Illustration: Zoe Schütte

Neuerliche Erfolge in der Exzellenzstrategie

Abermals wurden der FU Berlin im Rahmen der bundesweiten Exzellenzstrategie Ende September vier Exzellenzcluster bewilligt. Die Fortsetzung der ehemaligen Exzellenzinitiative finanziert universitäre Spitzenforschung mit Fördermitteln aus Bund und Ländern. Mit der Bewilligung der Anträge erhält die FU somit ab Januar 2019 für sieben Jahre neue Forschungsgelder in Millionenhöhe.

Erstmals bewarben sich die drei Berliner Universitäten FU, HU und TU gemeinsam. Die Universitätsleitungen sprachen von einem „großartigen Erfolg für unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, für die Forschung im Verbund sowie für den Wissenschaftsstandort Berlin“. Insgesamt sieben Forschungsprojekte aus dem Universitätszusammenschluss wurden im Wettbewerb erfolgreich eingeworben.

Die beiden erfolgreichen Neu-Anträge der FU sind im literaturwissenschaftlichen (“Temporal Communities”) sowie im sozialwissenschaftlichen (“SCRIPTS”) Bereich angesiedelt. Das an der Charité verwirklichte Cluster “NeuroCure” wurde gemeinsam mit der HU beantragt. Im Zusammenschluss mit TU und HU war außerdem das Mathematik-Forschungszentrum “MATH+” erfolgreich. Von den fünf gestellten Projektanträgen der FU fiel jedoch auch einer durch – das altertumswissenschaftliche Topoi-Cluster wird somit künftig nicht fortgesetzt.

Für den ehemaligen FU-Präsidenten Peter-André Alt ist das gute Abschneiden der FU, deren Bewerbungen er federführend betreut hatte, ein besonderer Erfolg. In seinen beiden Amtszeiten entwickelte sich die FU zur „Exzellenzuniversität“ – ein Prädikat, um das sich Alt vordringlich bemüht hatte. Auch sein Nachfolger Günter M. Ziegler rückte die Bedeutung der Exzellenzstrategie in den Vordergrund seiner Präsidentschaft.

Der hochschulpolitische Sprecher des Allgemeinen Studierendenausschusses der FU (Asta), Fabian Bennewitz, äußerte sich kritisch zum neuerlichen Erfolg: „Das Konkurrieren der Universitäten um Drittmittel teilt die Hochschullandschaft in Gewinner*innen und Verlierer*innen, wovon die Masse der Universitäten nicht profitiere.“ Von derartigen „Prestigeprojekten“ würden die Studierenden nichts spüren, erklärte er auf FURIOS-Anfrage. Die Forschungsgelder der Exzellenzstrategie kommen zunächst allein der Forschung zugute und wandern nicht direkt in die Lehre.

Maaßen-Debatte – auch an der FU

Die Diskussionen um den ehemaligen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen sind auch an der FU nicht spurlos vorüber gegangen. Der Jurist war bis 2016 als Lehrbeauftragter am Fachbereich Rechtswissenschaft sporadisch an der FU tätig gewesen, hatte seitdem jedoch keine Veranstaltungen mehr angeboten. Da sein Lehrprofil jedoch noch bis zum Zeitpunkt seiner strittigen Aussagen im September um die rechtsradikalen Ausschreitungen in Chemnitz auf den FU-Internetseiten online zu finden war, initiierte die Juso-Hochschulgruppe an der FU eine öffentlichkeitswirksame Petition, in der sie die Absetzung Maaßens forderte. Auch der Asta FU hatte nahezu zeitgleich einen Verweis Maaßens gefordert. Nach nur kurzer Aufregung hatte sich die Debatte jedoch schnell wieder gelegt, da Maßen keine Lehrtätigkeit an der FU mehr innehatte und lediglich die betreffenden Seiten nicht aktualisiert worden seien, wie der Tagesspiegel den Präsidiumssprecher Goran Krstin zitierte.

Maaßen stand nach öffentlich bislang beweislos gebliebenen Spekulationen in der Kritik. Er hatte die Echtheit eines Videos in Zweifel gezogen und dies mit einem möglichen „Ablenkungsmanöver“ in Verbindung gebracht, was ihm vielfach als verschwörungstheoretisches Narrativ ausgelegt wurde. Diverse Medien hatten Maaßens Äußerungen widerlegt.

Teil Eins der politischen Rückschau behandelt rechtsradikale Schmierereien am ehemaligen Gebäude des Roten Cafés und den neuen Bewerber um die Vizepräsidentschaft Studium & Lehre.

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Ganz oder gar nicht

Wer bei jeder Gelegenheit in die Heimat jettet, kann das mit dem Studium in Berlin gleich ganz lassen, meint Rabea Westarp.  » weiterlesen