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FURIOS verguckt sich: The Nerdwriter

Mit viel Präzision und Detailverliebtheit bekämpft YouTuber “The Nerdwriter” die Belanglosigkeit der Plattform. Höchste Zeit für eine Liebeserklärung, findet Sofie Eifertinger.

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Der Kinofilm „Passengers“ neu sortiert. Screenshot: YouTube, The Nerdwriter

Von den dreihundert Stunden Videos, die pro Minute auf YouTube hochgeladen werden, ist der Anteil an Katzenvideos, Schminktutorials und anderem sinnfreien Material sicherlich zu hoch. Doch Du, Nerdwriter, bekämpfst YouTubes Egozentrik und Belanglosigkeit, indem Du mit der Präzision eines Herzchirurgen unsere gesellschaftlichen Hervorbringungen aus Kunst, Kultur und Politik untersuchst. Sollen sich andere an den Intrigen von Game of Thrones ergötzen, ich lasse mir lieber häppchenweise von Dir die Welt erklären.

Liebe auf den ersten Blick

Unsere erste Begegnung hatten wir, als der Romantik-Algorithmus der YouTube-Vorschlagsleiste den wunderschönen Titel „Passengers Rearranged“ für meine Playlist auserkor. Als Fan von Jennifer Lawrence von den dramaturgischen Durststrecken des Sci-Fi-Kinofilms „Passengers“ enttäuscht, war mein Interesse sofort geweckt. Schon die ersten Sekunden deines Videos ließen meinen Bauch kribbeln. Mit  präsenter, aber unaufdringlicher Stimme fragst Du, ob der Film durch kleine Veränderungen besser werden könne – und lieferst in den nächsten acht Minuten eine mustergültige Antwort.

Ein Channel, der Augen öffnet

Durch Deine Neuordnung der Wendepunkte wird der Film zu dem Thriller, den Kritiker erwartet haben. Wenn Du abschließend noch bescheiden daran erinnerst, dass es immer leichter ist zu kritisieren, als selbst zu schaffen, oder Du in den Kommentaren Raum für Diskussion öffnest, werde ich wehmütig und ärgere mich, dass ich für Dich nur eine von über eineinhalb Millionen Suscriber*innen bin.

Seit 2011 lädst Du jeden Mittwoch ein neues Video hoch und ich bin begeistert, auf welchem intellektuellen Niveau Du die Themen bearbeitest, ohne in Abstraktion abzudriften. So machst du Laien akademische Themen zugänglich. Evan Puschak, wie Du im echten Leben heißt, Du hast wirklich eine Menge aus deinem Studium der Filmproduktion an der Boston University geholt. Auf dass Deinem Beispiel viele folgen und YouTube zu der Plattform für Dialog wird, die sie sein könnte.

Jedem, den Filmanalysen nur bedingt interessieren – und allen anderen Leser*innen auch – legt Sofie Eifertinger außerdem folgende Videos ans Herz:
Die Sprache Trumps
Die Komik von Louis CK
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