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Trump, seine Wahl und Folgen für Europa

Die Wahl Trumps hat weitreichende Folgen – auch für Europa. Daher lud das John F. Kennedy-Institut Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zu einer Diskussion. Die wichtigsten Erkenntnisse von Valerie Röpsch.

So ganz genau kann es dann doch niemand sagenFoto: Valerie Röpsch

So ganz genau kann dann doch niemand sagen, wie es weiter geht. Foto: Valerie Röpsch

 

„Es ist eine Katastrophe erster Klasse. Punkt!“, so fasst Jacob Schrot das Gefühl in Worte, das wohl viele Menschen rund um den Globus noch immer empfinden. Donald Trump wird Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika – und das ohne jede politische Erfahrung. Ein Umstand, den der ehemalige Konrad-Adenauer-Stipendiat und Gründer der „Initiative Junger Transatlantiker“ alles andere als gut findet. Und seine Ansicht tat er auf der Podiumsdiskussion dann auch lautstark kund, zu der das John F. Kennedy-Institut (JFK) der FU geladen hatte. Im Zentrum der Diskussion standen zwei Fragen: Was macht Trumps Erfolg also aus? Und was bedeutet dies für Europa?

Offensichtlich waren dies Fragen, die viele Menschen gerade beschäftigen, denn die Veranstaltung war gut gefüllt. Zum Beispiel die 23-jährige Jurastudentin Katharina Erschov: Obwohl, oder vielleicht gerade weil, sie ein Jahr in den USA verbracht hatte, rechnete nicht mit einem Sieg Trumps. „Ich war ziemlich überrascht vom Wahlergebnis“, gab sie zu. Schließlich sympathisierten die meisten ihrer amerikanischen Kommilitonen mit den Demokraten. Nun, konnte sie Antworten finden?

Man kann nicht leugnen, dass die versammelten Sprecher versuchten, Antworten zu geben. Und die Besetzung klang auch durchaus vielversprechend. Unter der Moderation der OSI Professorin für europäische Integration Dr. Eva Heidbreder waren Prof. Lora Anne Viola vom JFK-Institut der FU, Richard Nikolaus Kühnel, Leiter der Vertretung der EU-Kommission in Berlin, eben jener Jakob Schrot von der „Initiative junger Transatlantiker“ und Zeke Turner, freier Journalist beim „Wallstreet Journal“, geladen.

Die Story vom angry white man

Zunächst einmal müsse man sich vom „dummen weißen Mann“ trennen, meinte Schrot, der betonte, dass „ein Drittel der Latinos und 42% der weiblichen Wählerschaft“ Trump gewählt hätten. Die Wahl sei nun mal ein demokratisches Ergebnis und zeige, dass Trump sich zum Wortführer derjenigen gemacht habe, die sich gegen die Globalisierung und die etablierten Parteien wenden.

Prof. Viola ergänzte, dass die Demokraten als klassische Arbeiterpartei in der heutigen Zeit Probleme hätten, ihre Wähler zu bedienen – vergleichbar mit der SPD in Deutschland oder den Sozialisten in Frankreich. Dieses Phänomen führe zu einem Zulauf zu Populisten, in den USA wie in Europa.

Besonders die Medienwelt habe eine große Rolle im Wahlkampf gespielt: Die einen liebten Trump, die anderen hassten ihn. Kritische Berichterstattung habe erst spät begonnen. Turner gab lächelnd zu: „Wir haben jeden Tag Artikel gegen Trump geschrieben“.

Alles weiter wie bisher?

Konsens bestand, dass man sich generell um die Beziehungen zu den USA bemühen müsse und erst mal beobachten solle, wie sich die Situation entwickle.

Die USA blieben für die EU in vielen Bündnissen ein wichtiger Partner. So wurde sich erst einmal in Beschwichtigung geübt: Selbst als Präsident unterliege Trump den demokratischen Institutionen der USA und auch dem internationalen Wirtschaftsgeflecht könne er sich kaum entziehen.

Zeitgleich müsse Europa aber auch stärker zusammenrücken. Gerade in der Wirtschaft und in der Sicherheitspolitik, sieht Kühne die Chance einer verstärkten Kooperation.

Auch für das vielen Anhängern Trumps verhasste Handelsabkommen TTIP werde man sich weiterhin einsetzen.

Doch was nun wirklich kommt, weiß dann doch niemand. Schließlich kenne keiner den amerikanischen Präsidenten. Eigentlich, so kommentierte Turner die täglichen Veränderungen im Wahlprogramm, „wissen wir nur, dass er sehr, sehr flexibel ist“.

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