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„Not my president!“

Donald Trump wird der nächste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Studenten im ganzen Land demonstrieren dagegen. Enno Eidens erklärt, warum der Protest gegen Trump auch nach der Wahl unerlässlich ist.

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Nicht nur direkt vor dem Trump Tower, sondern auch an Universitäten im ganzen Land regt sich der Protest. Gegen Rassismus, für Gleichberechtigung, gegen Trumps Deportationsvorhaben und vor allem – gegen Hass. “No more hate” heißt es schlicht auf vielen Plakaten. Unter dem Motto “Not my president” zeigen die Demonstrationen, dass ein großer Teil des Landes nicht hinter dem neuen Präsidenten steht. Junge Leute sind es, die lauthals ihren Unmut über die Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika ausdrücken. Dass der Mann eine Kontroverse in Reinkultur ist, steht fest. Aber sind die Proteste gegen ihn gerechtfertigt und vor allem – notwendig?

Donald Trump ist im besten Falle ein pöbelnder Chaot, im schlimmsten ein sexistischer Rassist. Der Protest gegen diesen Mann an der Spitze des wohl einflussreichsten Staates der Welt ist eine Selbstverständlichkeit. Dass vor allem die jungen und gebildeten Amerikaner diesen lauthals ausdrücken, ist nur logische Konsequenz. Man solle nach Hause gehen und die Proteste nun ruhen lassen, tönt es hingegen in deutschen Facebook-Kommentarspalten. Das Ergebnis demokratischer Wahlen sei zu akzeptieren. Viele Stimmen schließen sich an. Verständlich, denn so unangenehm der Wahlkampf war, so gerne möchte man ihn auch vergessen und sich neuen Themen zuwenden.

Der Protest gegen Trump ist eine Selbstverständlichkeit

Blanker Hohn ist es, dies zu fordern. Der Protest gegen Donald Trump erfüllt wichtige Funktionen. Er ist notwendig, um der Welt zu zeigen, dass längst nicht die ganzen Vereinigten Staaten hinter diesem Mann stehen. Schnell wird vergessen, dass die Mehrzahl der US-Amerikaner für Hillary gestimmt haben und Trump nur dank des sehr befremdlichen Wahlsystems siegen konnte. Der Protest ist zudem zwingend erforderlich, um Solidarität mit den Minderheiten zu zeigen, die unter Trumps moralischer und politischer Herrschaft leiden werden. Immigranten, Afroamerikaner und Homosexuelle berichten jetzt schon fast täglich von Hassverbrechen. Der Protest mag keine direkte Hilfe, aber Beistand für diese Menschen sein. Die Universität als Symbol des Wissens und des Fortschritts darf kein Schauplatz von alltäglicher Diskriminierung werden. Solidarität mit betroffenen Kommilitonen ist unerlässlich.

Zu guter Letzt erfüllt der Protest auch eine klassische demokratische Kontrollfunktion. Ein Staatsführer muss sehen, wenn sein Volk sich gegen ihn wehrt. Die Amerikaner werden sich wehren und Donald Trump wird damit leben müssen, wie jeder gewählte Präsident vor ihm. Dass der Protest dabei gewaltfrei ablaufen muss, steht außer Frage.

Nach dem Protest folgt die Tat

Es ist positiv, dass die Proteste gegen Trump schon jetzt mit viel Inhalt arbeiten. Der erste Schock ist überwunden und wichtige Themen wie Immigration, Rassismus und Solidarität mit Minderheiten müssen jetzt zum Aushängeschild der Bewegungen werden. Proteste und Ideen, die sich klar darauf beziehen, Trump seines zukünftigen Amts zu entheben, sind deutlich kritischer zu sehen. Die Chance, dass die Wahlmänner der Bundesstaaten Trump nicht zum Präsidenten machen, ist nichtig. Die Chance, dass Trump das Amt aus rechtlichen Gründen aufgeben wird, ist ebenfalls sehr gering. Hoffen kann man immer, damit konstruktiv arbeiten jedoch nicht.

Die liberalen Demokraten der USA müssen sich auf vier harte Jahre einstellen. Bleibt der Protest jedoch weiterhin inhaltlich, konstruktiv und solidarisch, kann eine gestärkte und geeinte Linke sich für 2020 deutlich bessere Chancen errechnen. Ein Plan, der mit Bernie Sanders an der Spitze aufgehen könnte.

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