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Befreit die Master!

Wie darf ich studieren? Dazu gibt es an der FU allerlei Vorgaben und Regeln. Aber gerade für Masterstudis sollte es mehr Möglichkeiten geben, sich frei zu spezialisieren. Von Max Krausemontagskommentar_edited

Höchstens zwei Seminare, das schreibt die Masterstudienordnung Mathematik vor – mein Studiengang. Ich habe drei Seminare zur Topologie belegt – aus Interesse. Bin ich deshalb weniger qualifiziert als jemand, der stattdessen in einer Vorlesung saß? Wohl kaum. Dennoch ist es nicht erlaubt, das dritte Seminar ebenfalls einzubringen. Statt mich weiter mit meinem Spezialgebiet auseinanderzusetzen, schreibt die Uni mir vor, lieber eine Vorlesung zu hören, die nichts damit zu tun hat.

Ein Masterstudiengang soll Vertiefung ermöglichen, einen Einblick in aktuelle Forschung geben. Wen interessiert bitteschön, ob das in einem Seminar, einer Vorlesung oder in Projektarbeit stattfindet? Das Handwerkszeug hat man hoffentlich im Bachelor gelernt. Masterstudis sollten ihr Wissen vertiefen und sich spezialisieren können, doch das Korsett der modularisierten Studiengänge hält sie davon ab.

Schafft die Module ab!

Jede Veranstaltung muss einem Modul zugeordnet sein, so sieht es auch das Berliner Hochschulgesetz vor. Wenn es nur zwei Module gibt, für die die Form eines Seminars vorgesehen ist, gibt es keinen Platz mehr, weitere Leistungen einzubringen.

Die Modulstruktur, die allen Studiengängen aufgezwängt wird, ist gerade im Master ein Holzweg. Anstatt alle Lehrangebote in vorgefertigte Boxen zu pressen, sollte die Universität Flexibilität erleichtern. Lasst uns einfach die Veranstaltungen belegen, die uns interessieren! Um zu kontrollieren, dass diese Kurswahl einigermaßen sinnvoll ist, könnte man sie vom Betreuer der Masterarbeit überprüfen lassen. Wenn dieser dann zustimmt, könnten die Kurse eingebracht werden.

Ein solches System hat offensichtliche Vorteile: Die Entscheidung darüber, welche Kurse belegt werden können, liegt dann in den Händen einer Person, die sich vermutlich am besten mit dem Spezialgebiet des Master-Anwärters auskennt – und hängt nicht mehr an willkürlichen formalen Kriterien. Es wäre damit möglich, genau die Veranstaltungen zu besuchen, die den eigenen Interessen entsprechen. Wenn man damit ein Seminar mehr belegt als üblich, geht die Welt nicht unter.

Ein freieres System hilft allen

Dozenten würden so stärker in die Verantwortung gezogen, und auch das wäre gut. Zurzeit liegt die Entscheidung oft beim Prüfungsamt – welches nach formalen Kriterien entscheidet und die inhaltliche Relevanz bestenfalls oberflächlich beurteilen kann. Ein Umdenken würde auch die Verwaltung entlasten: Das Spiel „Welche Veranstaltung passt in welches Modul?“ ist gerade für sie belastend.

Wenn der gedankliche Prozess am Anfang des Semesters sich ändert von „Was muss ich noch belegen?“ zu „Was will ich noch belegen?“, dann gewinnen alle Beteiligten: Mehr Freiheit für Studis, interessiertere Zuhörer für Dozenten, weniger Arbeit für die Verwaltung. Es war ein Fehler zu glauben, man könne alle Masterstudiengänge mit demselben Rahmen abfertigen, und es ist an der Zeit, diesen Fehler auszubessern.

Brecht die Ketten der Module und befreit die Master!

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