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Antirassismus mit derben Beats

Kurdische Tänze, kritische Analysen, kämpferische Beats – das „Festival contre le Racisme“ lockte vergangene Woche mit einem politisch-kulturellem Programm in Clubs und Seminarräume. Von Björn Brinkmann

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Das Duo „MC Josh & Nash“ rappt sich mit politischen Texten in die Herzen der Menge. / Foto: Privat.

Es wird laut im Bi Nuu unter dem U-Bahnsteig am Schlesischen Tor, als Akua Naru mit ihrer Band die Bühne betritt. Der Auftritt der charismatischen Hiphop-Künstlerin mit ihren meist politischen Texten bildet den Höhepunkt eines Donnerstagabends. Der ist gespickt mit antirassistischen Aussagen und treibt in einer gelösten Atmosphäre das „Festival contre le Racisme“ zu seinem Stimmungshoch. Weitere Hiphop-Künstler wie MC Josh&Nash und Gipsy Mafia vervollständigen das Soli-Konzert contre le racisme.  Mit wahrhaft kämpferischen Lyrics und nicht weniger ambitionierten Beats, artikulieren sie die Message der Veranstaltung: mit Kultur und Argumenten gegen Rassismus.

Das „Festival contre le Racisme“ hat seinen Ursprung an französischen Universitäten in den 90er-Jahren. Seit 2003 fanden Veranstaltungen nach diesem Vorbild auch in zahlreichen deutschen Städten statt – nun auch erstmals in Berlin. Hinter den Kulissen steht ein ehrenamtliches Team, in dem Menschen vom Asta der FU, dem Freien Zusammenschluss von StudentInnenschaften (fzs) und dem Bundesverband ausländischer Studierender (BAS) organisiert sind. Sie zeigen sich zufrieden mit dem Andrang auf die Abendveranstaltungen.

Partys beliebter als Workshops

Angebote wie der kurdische Kulturabend in Kreuzberg, eine Küche für Alle und Livemusik im Asta haben zahlreiche Studierende wahrgenommen. Daher ist es für die Organisierenden zwar nicht zufriedenstellend, aber dennoch zu verkraften, dass viele Workshops  am Nachmittag eher mäßig besucht wurden. Als Gründe machen sie das Sommerwetter, den Uni-Alltag und die unvorteilhafte Lage Dahlems  aus.

Weitaus schwerer wiege jedoch das Scheitern eines der eigentlichen Ziele des Festivals: ein Forum zu bieten für von Rassismus betroffene Studierende. „Das haben wir nicht geschafft”, so Theresa B. (25), Mitglied des nur sechsköpfigen Organisationsteams. „Es gibt immer noch keine studentische Interessenvertretung für Betroffene und das obwohl die FU kein rassismusfreier Raum ist”. Letzteres zeige sich hin und wieder bei Vorfällen wie etwa der Verwendung rassistischer Begriffe in der Lehre, werde aber vor allem beim Zugang zur Universität deutlich. Auch würden postkoloniale Perspektiven chronisch vernachlässigt.

Zufriedene Veranstalter

Trotz der vergleichsweise geringen Besucherzahl bei einigen Workshops, waren aus dem Kreis der Teilnehmeden überwiegend positive Reaktionen auf das Programm zu vernehmen. Die Veranstaltung zum hochbrisanten Thema der medialen Berichterstattung über die Ereignisse der Kölner Silvesternacht etwa sei sehr gut konzipiert gewesen, meint Dave (20): „Besonders interessant war der Fokus auf den öffentlichen Diskurs”. So wurden die parallel zur Berichterstattung getroffenen politischen Maßnahmen erklärt und unter Gesichtspunkten der Rassismusforschung beleuchtet.

Abschließend blickt das Festival-Team auf fünf überwiegend positive Tage und ein eindeutiges Erfolgserlebnis zurück. Neben ca. 1500€ Soli-Einnahmen für Organisationen wie Stop Deportation  und Corasol habe die Veranstaltung auch ihnen persönlich etwas gebracht, meint Theresa B.: „Das Festival und seine Vorbereitung haben das Bewusstsein für eigene Privilegien geschärft. Wir im Team haben viel darüber nachgedacht, von welchem Standpunkt aus wir das Festival als weiße Studierende organisieren.”

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