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Mit Kultur gegen Rassismus

Premiere auf dem FU-Campus: Zum ersten Mal findet in der kommenden Woche das „Festival contre le Racisme“ in Berlin statt. Es wartet ein Programm mit Workshops, Film Musik und Tanz. Von Julia Küntzel

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Das „Festival contre le racisme“ an der FU / Bild: fclr-berlin.org

Rassismus existiert nicht erst seit kurzem. In seinen verschiedensten Formen schleicht er durch unsere Gesellschaft und hinterlässt seine Spuren. Kampagnen zum Kampf gegen Rassismus gibt es viele, eine besondere Idee hatten jedoch französische Studierende: 1995 starteten sie das „Festival contre le racisme“. Mit Aktionen, Protesten und kulturellem Programm setzen sie seitdem an verschiedenen Hochschulen ein Zeichen gegen Rassismus.

Seit 2003 fanden solche Feste auch in über 15 deutschen Städten wie Köln, Leipzig und Dortmund statt. In diesem Jahr kommt es nun erstmals nach Berlin: Vom 6.-10. Juni findet, organisiert vom Asta der FU, dem Freien Zusammenschluss von StudentInnenschaften (fzs) und dem Bundesverband ausländischer Studierender (BAS), ein „Festival contre le racisme“ auf dem Campus der FU statt.

Workshops und Kultur

Das Programm ist bunt gemischt: Neben Vorträgen der Flüchtlings-Organisation „Corasol“ und einer Filmvorführung von „The Forgotten Genocide“ aus dem Jahr 1975 kann man Workshops zum Thema Integration und Diskriminierung im Alltag besuchen. Dazu gibt es Poetry Slams zu Postkolonialismus und sexualisierter Gewalt und verschiedene Künstler thematisieren ihre persönliche Erfahrung mit Rassismus und Diskriminierung – auch in Form von Musik und Tanz.

„Die Idee dahinter ist, den Raum für Diskussion über Rassismus an der Universität zu öffnen“, erklärt Beryl Boemer, denn das aktive Handeln gegen Rassismus betreffe uns alle. Als Kulturreferentin des Asta hat sie wesentlich an der Organisation des Festivals mitgewirkt. Doch warum findet das Festival ausgerechnet in der Hauptstadt erst jetzt statt? Beryl begründet den Zeitpunkt mit der Stärkung der Neuen Rechten, der im September anstehenden Wahlen in Berlin, sowie der steigenden Zahl rassistischer Angriffe.

Zwischen Entertainment und Reflexion

Da drängt sich die Frage auf, was ein Festival gegen Rassismus ausrichten kann. „Die Herausforderung besteht darin, eine Balance zwischen Entertainment und einer ernsthaften Reflexion über Rassismus zu finden“, meint Beryl. So bestehe vor allem bei den Konzerten das Risiko, dass vor lauter sommerlicher Tanzlaune das eigentliche Thema vergessen wird. Dagegen wiederum solle die Auswahl der Bands sprechen. „Wer genau hinhört wird merken, dass sich die Bands selbst auch inhaltlich mit Rassismus und Diskriminierung auseinandersetzen“, ist Beryl überzeugt. Die rumänische Band „Gipsy Mafia“ beispielsweise erzählt in ihrer Musik von der Diskriminierung von Sinti und Roma – ein lang existierendes und fast unsichtbares Problem, das nur selten Gehör findet.

Um das Thema möglichst breit in die Studierendenschaft hineinzutragen, habe das Programm zwar akademisches Niveau, sei aber insgesamt so angelegt, dass jeder in das Thema einsteigen könne. Trotz vielfältigem Angebot steht jedenfalls fest: Ob das „Festival contre le racisme“ dazu beiträgt, dem Rassismus bewusster und aktiver entgegen zu treten, hängt am Schluss von jedem selbst ab.

 

Das komplette Programm der Reihe findet ihr hier.

Ein Kommentar

  • Richtigstellung: Im dritten Absatz heißt es: „Doch warum findet das Festival ausgerechnet in der Hauptstadt erst jetzt statt? Beryl begründet den Zeitpunkt mit der Stärkung der Neuen Rechten, der im September anstehenden Wahlen in Berlin, sowie der steigenden Zahl rassistischer Angriffe.“ Die Autorin hatte Asta-Referentin Beryl Boemer jedoch gefragt, was der Anlass sei das „Festival Contre Le Racisme“ jetzt auszurichten. Ihre Antwort lautete: „Es gibt natürlich die stätige Stärkung der Neuen Rechten – im September sind Wahlen in Berlin… Es gibt steigende Zahlen an rassitischen Übergriffen usw. Ansonsten gibt es den Anlass der Notwendigkeit, der aber nicht erst seit jetzt, sondern schon immer bestanden hat, anti-rassistische Arbeit zu machen. Die Frage sollet eher lauten – warum erst jetzt?“

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