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Pelz auf nackter Haut

Sie sind jung und brauchen das Geld. Um ihren Examensball zu finanzieren, haben sich Stundenten der Veterinärmedizin nackt mit potentiellen Patienten ablichten lassen. Das Ergebnis: der VetMen-Kalender 2016. Von Mascha Tobe

Studenten, die für Nacktkalender posieren – in Großbritannien ist das ein bekanntes Phänomen. Jährlich erscheinen an den renommierten Universitäten Großbritanniens Kalender, für die sich Studierende nackt ablichten lassen. Was in England oft vorkommt, ist in Deutschland eine Seltenheit, die bereits zahlreich durch die Presse ging.

Auch die männlichen Veterinärmediziner der FU ließen nun die Hüllen fallen, um sich zusammen mit unterschiedlichsten Tieren ablichten zu lassen. Der Verkaufserlös soll den Examensball der Tierärzte in spe finanzieren.

In einem weiblich dominierten Studiengang wie der Veterinärmedizin – der Frauenanteil liegt bei knapp 90 Prozent – haben männliche Kommilitonen einen Seltenheitswert. Zwölf dieser Exoten kann man nun im VetMen2016-Kalender bestaunen. Für den Kalender posierten die Studenten gemeinsam mit unterschiedlichsten Tieren, vom Wollschwein bis zum Greifvogel.

Die Idee zum Aktkalender kam dem Abschlussjahrgang 2017 jedoch nicht selbst. Bereits im letzten Jahr hatten die Veterinärmediziner einen Kalender verkauft, um die Abschlussfeier zu finanzieren. Hinter der Linse stand Maria Dix. Die Studentin und Hobbyfotografin drückt seit sechs Jahren in ihrer Freizeit den Auslöser. Seit etwa vier Jahren knipst sie Haustiere mit ihren Besitzern. Das Shooting war daher heimisches Terrain für sie – auch wenn sie zum ersten Mal den VetMen fotografierte.

Wer will mit wem?

Die tierischen Models sind entweder Haustiere der Studenten oder leben sonst in den Ställen oder Gehegen auf dem FU Campus. Besonders bei den Shootings mit Haustieren waren auch die Besitzer gefragt – die Tiere mussten schließlich auch bei Laune gehalten werden.

Vor dem Shooting verschafften sich die Models und Organisatoren erst einmal einen Überblick, welche Tiere zur Verfügung stehen. Danach konnten die Herren frei wählen, ob ihr Co-Model mehr oder weniger pelzig sein sollte. „Einer unserer Kommilitonen besitzt einen eigenen Bauernhof mit Rindern. Mit wem er sich ablichten lassen würde, war klar, so Maria.

Bei einigen der Männer musste eine Menge Überzeugungsarbeit geleistet werden, erzählt Maria, während andere sofort zu dem Shooting bereit waren. Die Fotografin freut sich über das Endprodukt: „letztendlich bereut es keiner der Männer, mitgemacht zu haben“.

Dass die Männer in der Veterinärmedizin so knapp vertreten sind, sei schon fast eine Art Running Gag, erklärt Maria Dix. Da war es nur verständlich, dass die männlichen Raritäten in einem Kalender festgehalten werden mussten. Außerdem gefällt Dix die Vorstellung, dass sich so eine Tradition am Institut etabliert. Denn mit dem Erlös des Kalenders wird jährlich der Examensball der Tierärzte finanziert. Der Diesjährige scheint bereits gesichtert. Die 500 gedruckten Exemplare des Kalenders sind nämlich so gut wie vergriffen. Ob nächstes Jahr ein weiblicher Kalender folgen wird ist noch nicht klar. Der Kreativität des neuen Jahrgangs sind keine Grenzen gesetzt. Wer sich also für 2017 ausziehen wird, bleibt noch offen.

Der Kalender wird für fünf Euro in der Veterinärmedizinischen Bibliothek auf dem Campus Düppel angeboten.

 

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