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Das CHE-Ranking bleibt unzuverlässig

Ein umfassenderes Bild der studentischen Meinung – das sollen Änderungen an den Kriterien des CHE-Ranking erwirken. Doch auch jetzt ist das Ranking vor Verfälschungen nicht gefeit, findet Kim Mensing

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Das diesjährige Hochschulranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) fiel für die FU überraschend gut aus: Statt Rang 48 im letzten Ranking kam die Uni im Fach Physik unter die Top drei. Das CHE gewichtet seit diesem Jahr seine Kriterien neu, mit einem stärkeren Fokus auf die Interessen der Studenten. Statt der bisher maximal 500 Studierenden, werden nun alle Studierenden eines Faches befragt. Zum ersten Mal wurden Aspekte wie die Betreuung bei Studienstart und – in Fächern wie Physik – die Organisation der Laborpraktika bewertet.

Das CHE-Ranking ist nur eines von vielen, das die Qualität deutscher Hochschulen bewerten soll. Dennoch genießt es eine Sonderstellung, da seine Ergebnisse regelmäßig im „Zeit-Hochschulführer“ veröffentlicht und prominent beworben werden. Insofern klingt es zunächst nach einer guten Entwicklung, dass der subjektive Einschätzung der gesamten Studentenschaft mehr Gewicht verliehen wird. Doch die Änderungen beseitigen nicht die größte Schwachstelle des Rankings.

Wahlrecht den Studenten!

Die Meinung der Studenten mit einzubeziehen, ist grundsätzlich ein sinnvoller Ansatz. Wie in einem demokratischen Staat sollten Studenten ihre Stimme für beziehungsweise gegen ihre Universität geben können. Sie sind schließlich, was ihre Uni ausmacht – nicht die Räumlichkeiten oder die Reputation ihrer Professoren. Das Ranking ermöglicht ihnen ein Feedback, das die Uni zu Verbesserungen anregt. Genauso interessieren sich Studenten, die mit einem Immatrikulationsantrag an der FU liebäugeln, für die Meinung ihrer zukünftigen Kommilitonen. Insofern ist der neue Fokus auf uns Studenten zu begrüßen.

Durch Fälschung zum Fortschritt?

Doch leider bieten Umfragen auch die Möglichkeit zur Manipulation. Universitäten können Studenten für gute Angaben unter Druck setzen, um im Ranking aufzusteigen. So geschehen am Fachbereich Mathematik und Informatik: Der Asta der FU meldete im November 2014, dass das Dekanat vor den CHE-Umfragen eine Mail an alle Studenten verschickt habe mit der Aufforderung, gute Bewertungen abzugeben. Ansonsten, so die Drohung, werde der Fachbereich womöglich geschlossen.
Dieser Vorfall schockiert aus mehreren Gründen. Wie kann es sich unsere Uni erlauben, das Ranking manipulieren zu wollen? Das ist unerhört. Auch, wenn daraus nicht zwangsläufig folgt, dass alle Ergebnisse verfälscht sind, wird darin eine große Problematik des CHE deutlich: Es kann keine unverfälschten Ergebnisse garantieren.

Nur bedingt aussagekräftig

Schon seit Jahren boykottieren einige Universitäten und Forschungsgesellschaften  das Ranking. Sie kritisieren unter anderem, dass die Umfragen zu subjektiv und unpräzise gestaltet sind. Außerdem schaffe das Ranking ein Klassensystem, das nur eine kleine Elite fördere: Die in den Augen des CHE schlechten Unis bekommen weniger Forschungsgelder und können sich daraufhin erst recht nicht entwickeln. Diese Probleme betreffen nicht nur das CHE-Ranking. Doch aufgrund seiner prominenten Stelle unter den Hochschulrankings können seine Ergebnisse, wenn sie verfälscht sind, besonders vielen Studierenden ein falsches Bild der Universitäten vermitteln.

Das alles führt vor allem dazu, dass das CHE-Ranking nur bedingt aussagekräftig ist. Als Orientierungshilfe kommt es den meisten unschlüssigen Studenten wahrscheinlich entgegen. Doch dass hinter den Ergebnissen nicht subjektive Eindrücke oder gar Manipulation seitens der Hochschulen steckt, kann CHE auch jetzt nicht garantieren.

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