Reißt euch in der Bibliothek zusammen! | FURIOS Online
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Bis dahin viel Spaß mit unseren wöchentlichen Ferienserien FURIOS auf Reisen und Berlins Bibliotheken im Test!

Reißt euch in der Bibliothek zusammen!

Die Prüfungen stehen vor der Tür, die Bücher türmen sich auf den Tischen in überfüllten Uni-Bibliotheken. In all dem Chaos tut sich auch so manch menschlicher Abgrund auf, findet Alexandra Brzozowski.

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Es ist 9 Uhr morgens, die ersten verstreuten Studierenden drängen in die Bibliotheken. Mit gehetzten Blicken suchen sie samt ihrer dicken Leitz-Ordner, Laptops und Wasserflaschen ein ruhiges Plätzchen zum produktiven Lernen – oder zum Zeitabsitzen. Nicht jeder nutzt die Zeit in der Bibliothek auch wirklich sinnvoll. Denn spätestens um die Mittagszeit, nachdem sie ein paar Stunden eingepfercht zwischen staubigen Bücherregalen und Papierstapeln verbracht haben, scheinen einige Studierende ihr kultiviertes Benehmen zu verlieren.

Es gibt Dinge, die sollte man in einer Bibliothek wirklich nicht tun. Zumindest nicht, wenn man nicht Gefahr laufen will, eins mit einem dicken Wälzer übergezogen zu bekommen. In der Prüfungszeit sind Studierende ja bekanntlich reizbarer als sonst. Studentische Freiheit in allen Ehren, aber wer es sich mit den Kommilitonen nicht endgültig verscherzen will, sollte diese fünf unausgesprochenen Regeln befolgen:

Vergesst nicht: Ihr seid nicht alleine in der Bibliothek!

Wer kennt ihn nicht, den einen Kommilitonen, der wie ein Mähdrescher zwischen den Regalwänden herangebraust kommt. Oder denjenigen, der sich aus Platzmangel an den Tischen ein Plätzchen auf dem engsten und am meisten frequentierten Gang zwischen zwei Bücherregalen sucht und keine Anstalten macht, den Herübersteigenden Platz zu machen.

Noch schlimmer ist aber der Typus, welcher am Arbeitsplatz sitzend, sich vor Langeweile Ohrstöpsel in die Nase schiebt, exzentrisch mit dem Kugelschreiber klickt, seine Schuhe auszieht und genüsslich die nackten Füße auf dem Tisch vor sich platziert. Vergesst nicht, andere Leute wollen hier auch lernen.

Wenn schon schlafen, dann aber bitte geräuschlos!

Schlafen in der Bibliothek scheint nicht ungemütlich zu sein. Man möchte es dem müden Kommilitonen ja wirklich nicht verdenken, dass er eine kurze Pause von seinem Lernstoff braucht. Doch halt! Was ist das? Der Schlafende am Nebentisch schnarcht – ausgebreitet über zwei Tische – vor sich hin und das in einer Lautstärke, als würde er einen ganzen Wald abholzen. Das nervt. Klar, wir sind alle mal versucht, die Augen auszuruhen. Wer aber wirklich müde ist, sollte nach Hause gehen und sich mal gründlich ausschlafen.

Ständiges Gequassel nervt!

Es kann auch nicht schaden, sich mal im Schweigen zu üben. Keiner derjenigen, die versuchen sich auf ihren Lernstoff zu konzentrieren, möchte gerne wissen, was ihr vergangene Nacht so getrieben habt. Noch schlimmer sind jedoch lautstarkes Telefonieren und penetrantes Handy-Gebimmel. Es ist nur begrenzt lustig, wenn einem aus einer der hinteren Bibliotheksecken plötzlich Darth Vader’s „Imperial March“ entgegenschallt. Wenn es um den Lautstärkepegel geht, hört der Spaß auf.

Lasst – zumindest in der Bibliothek – die Finger voneinander!

Schon klar, die Uni ist die Kontaktbörse schlechthin und der Tag ist einfach viel erträglicher, wenn man eine liebe Person an seiner Seite hat. Trotzdem solltet ihr euren Flirt lieber nach der Bibliothekssession vertiefen und nicht alle Anwesenden dazu zwingen, euch beim Knutschen zuzuschauen.

Verschiebt Styling und Körperpflege auf den Toilettenbesuch!

Ja doch, alle wollen schön aussehen. Die versteckte Schminksession am Arbeitstisch könnte man fast vergeben. Aber muss es denn sein, dass man sich gleich noch kämmt oder die Nägel schneidet? Niemand möchte eure abgefallenen Haare von seinem Arbeitsplatz wischen müssen. Und bitte: Geht nach dem Sport duschen, wenn ihr wisst, dass ihr den gesamten Tag mit anderen Menschen auf engstem Raum zusammenhocken werdet.

Ein Kommentar

  • Schön und gut, aber nicht alle gelangweilten Studierenden in der Bibliothek sind männlich. Gegendert wird mittlerweile doch sogar auf der Uni-Website und in vielen Zeitungen. Wäre schön, wenn die furios das auch hingekommen würde…

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