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Ein Leben für das Wort

Weltweit müssen Schriftsteller und Journalisten um Leib und Leben fürchten. Ihren Kampf um die Pressefreiheit zeigt nun eine Ausstellung in der Universitätsbibliothek. Von Alexandra Brzozowski

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Noch bis zum 13.5.2015 ist die Ausstellung „Es gibt Menschen, die sterben für Bücher“ im Foyer der UB zu sehen. Foto: Alexandra Brzozowski

Sie dokumentieren soziale Missstände, Verfolgung und Krieg. Sie machen menschliches Leid mit Worten öffentlich wahrnehmbar. Und sie werden dafür beschimpft, bedroht, angegriffen und manchmal sogar getötet.

Die Ausstellung „Es gibt Menschen, die sterben für Bücher”, die noch bis Mitte Mai im Foyer der Universitätsbibliothek zu sehen ist, macht anhand einzelner Schicksale auf die Situation verfolgter Schriftsteller und Journalisten weltweit aufmerksam. Sie zeigt die Menschen hinter den aufrüttelnden Texten, Menschen, die für ihre Überzeugungen mit hohem persönlichen Einsatz und Risiko eintreten.

Kurze Porträts führen in die Lebensgeschichten der Autoren ein, ergänzt von Bildern und Publikationen. Die Texte einiger der dargestellten Menschen sind in den Beständen der FU-Bibliotheken vorhanden.

Entstanden ist die Ausstellung im Zuge einer Kooperation von UB und Amnesty International. Anstoß sei ein von der Berliner Amnesty-International Gruppe 1581 entwickeltes Plakat gewesen, so die Leiterin der Gruppe, Stefanie Krebs-Pahlke. Es zeigt ein geöffnetes Buch mit einem zu einer Schlinge verknoteten roten Lesebändchen.

Geknebelte Presse, mundtote Schriftsteller

Ein Satz sticht beim Betrachten der Ausstellung besonders hervor, in fett gedruckten Lettern springt er dem Betrachter entgegen: „Sie nehmen sich zu viel Freiheit heraus.” Es ist der Satz, den die mexikanische Investigativjournalistin Ana Lilia Pérez zu hören bekam, nachdem sie Verstrickungen zwischen Mafia und Staat, sowie die wachsende Korruption öffentlich gemacht hatte. Seitdem erhält sie Drohungen. Es ist ein Satz, den jede der porträtierten Personen zu hören bekommen könnte.

Dass meist nicht nur Drohungen darauf folgen, zeigen die Fälle von inhaftierten Autoren wie Dawit Isaak (Eritrea), Ilham Tohti (China) oder Ales Bialatsky (Belarus). Aber auch die Morde an der russischen Journalistin Anna Politkovskaya, die vor allem durch ihre Berichte über den Tschetschenienkrieg und der Kritik an Präsident Wladimir Putin bekannt geworden ist, oder dem armenisch-türkischen Journalisten Hrant Dink, der sich für eine öffentliche Aufarbeitung des Völkermordes an den Armeniern einsetzte, machen die Gefahren deutlich.

Das Schicksal der beiden Journalisten und viele weitere in der Ausstellung präsentierte Fälle ermöglichen dem Besucher einen tiefen Einblick in die Abgründe um den Kampf für Pressefreiheit. Interessierte haben noch bis zum 13. Mai Gelegenheit, sie zu sehen. Mit einer Lesung der Schauspielerin Inés Burdow im Foyer der UB um 20 Uhr wird die Ausstellung dann feierlich geschlossen.

 

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