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Den Thielplatz gibt es doch gar nicht!

Die „Thielallee“ gibt es, den „Thielpark“ auch – den Thielplatz selbst allerdings nicht! Warum also am Namen festhalten, anstatt der Freien Universität die Haltestelle zu geben, die ihr angesichts ihrer prägenden Rolle in Dahlem gebührt? Von Ann-Kathrin Jeske

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Die Gegner der Umbenennung der Haltestelle „Thielplatz“ in „Freie Universität“ beklagen: Die Umbenennung werde die Uni Geld kosten, viele FU-Gebäude seien ohnehin näher an der Haltestelle Dahlem Dorf und überhaupt gäbe es an der FU dringendere Probleme.

Überzeugend sind diese wenig zukunftsgewandten Argumente nicht: Bei geschickter Planung wird das Vorhaben für die FU nicht so teuer, wie oft behauptet wird. Denn die Kosten für die Änderung des Streckennetzplans will das Präsidium durch eine Crowd-Funding Aktion finanzieren. So betrachtet katapultiert das streitige Thema das FU-Präsidium rein in die Gegenwart moderner Finanzierungsmethoden.

Bleibt noch die Frage, ob die Umbenennung nicht mehr Verwirrung stiftet als sie Klarheit schafft. Die FU ist keine Universität mit einem dezidierten Campus, viele Gebäude befinden sich bei Dahlem Dorf und andernorts. Doch von Klarheit kann derzeit keine Rede sein, denn am Thielplatz fragt sich der spitzfindige Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs, wo er denn sein soll, der Platz, den es dort gar nicht gibt. Suchende finden einzig die 400 Meter entfernte Thielallee und etwas näher den Thielpark. Wehmütige Plädoyers für die Tradition von Haltestellennamen in aller Ehre, wo kein Platz ist, braucht er auch keinen Namen.

Das Herz Dahlem Dorfs

Stattdessen hat es schon so manchen Studenten gegeben, der auf der Suche nach der FU fälschlich in Dahlem Dorf ausgestiegen ist. Viele Uni-Gebäude werden sie dort nicht finden. Außerdem: Anders als die HU in Mitte, ist die FU in Dahlem und Zehlendorf die prägende Institution für das Stadtbild des Viertels. Neben trauten Einfamilienhäusern sind es vor allem die Studierenden, die dem Kiez seinen Charakter verleihen und den gediegenen Stadtvillen Vielfalt entgegensetzen. Eine Haltestelle mit dem Namen „Freie Universität“ im Streckennetz der BVG würde das auch äußerlich sichtbar machen.

Was den letzten Punkt betrifft: Ja, die Überbelegung von Studiengängen trifft uns empfindlicher als der Name der U-Bahn Station, an der wir uns raus aus der U3 und rein in den Hörsaal quetschen. Aber FU-Präsident Peter-André Alt hat den Stein um die Umbenennung ins Rollen gebracht. Nun sollten wir die Diskussion auch zu Ende führen. Indes wir uns also mit den wirklich wichtigen Fragen des Uni Alltags beschäftigen: Wenn schon über die Umbenennung gestritten wird, dann pro Freie Universität.

2 Kommentare

  • Hat irgendwer mal jemanden getroffen, der einen kennt, der beim Aussteigen an der Station Thielplatz als Erstes den fiktiven Thielplatz gesucht hat? Oder studiert man die Beschilderung nicht eher mit der Frage, ob man auf dem Weg zum OSI, zur Rostlaube, zum WiWiss-Gebäude oder zum Henry-Ford-Bau lieber den einen oder den anderen Ausgang nimmt?
    Das ganze Trara um die „Verwirrung“ ist völlig bizarr. Als wenn irgendeine Studentin, Mitarbeiterin oder Gastprofessorin nicht ihren Weg zur FU gefunden hätte, weil es keine U-Bahn-Station gibt, die so heißt.

  • Barrierefreiheit am U-Bahnhof schaffen, dafür sollte Geld ausgegeben werden!

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