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FU lehnt WLAN für Flüchtlinge ab

Die Studierenden haben im Akademischen Senat mehr Engagement für die Flüchtlinge in der FU-Turnhalle gefordert. Die Uni will lieber auf Profis setzen. Von Mareike Edler und Veronika Völlinger

Wie es mit den Flüchtlingen in der FU-Turnhalle weitergeht, war auch Thema im Akademischen Senat. Foto: Julian Daum

Wie es mit den Flüchtlingen in der FU-Turnhalle weitergeht, war auch Thema im Akademischen Senat. Foto: Julian Daum (Archiv)

Die FU wird kein WLAN und keine Aufenthaltsräume in der Uni für die Flüchtlinge in der FU-Turnhalle zur Verfügung stellen. Das sagte der FU-Vizekanzler Matthias Dannenberg während der Sitzung des Akademischen Senats (AS) am vergangenen Mittwoch, nachdem Studierendenvertreter Mathias Bartelt nach dem Engagement der Uni für die Flüchtlingsunterbringung gefragt hatte. Seit dem 19. Dezember sind etwa 200 Asylbewerber in der FU-Sporthalle am U-Bahnhof Dahlem Dorf untergebracht.

Bei der Bereitstellung von Internet gäbe es laut Dannenberg „rechtliche Bedenken“. Studierendenvertreter Bartelt wies darauf hin, dass Informatikstudierende und die Initiative Freifunk die Öffnung des WLAN-Zugangs unterstützen wollten. Laut Bartelt gehe es nur um eine einzige Steckdose, die bisher aus Brandschutzgründen nicht verwendet werden durfte.

Bartelt fragte außerdem nach Räumen, die die Uni den Flüchtlingen für Deutschkurse oder als Aufenthaltsräume abseits der Turnhalle bereitstellen könne. „Das ist nicht Aufgabe einer Uni“, erwiderte Dannenberg. Außerhalb der FU seien diese Aufgaben besser angesiedelt, etwa bei den Volkshochschulen. Die FU habe sich aber permanent eingebracht. Dannenberg selbst, die technische Abteilung und den Mitarbeiter des Hochschulsports seien oft vor Ort gewesen. Auch er kritisierte den Mangel an Privatsphäre in der Halle. „Keiner kann diese Unterbringung glänzend finden“.

Kinderrechte-Master wird abgeschafft

Für Kontroverse sorgte während der Sitzung außerdem der Weiterbildungsmaster „Childhood Studies and Children’s Rights“. Der „Tagesspiegel“ hatte zuvor berichtet, dass der Fachbereich Erziehungswissenschaft den Studiengang abschaffen wolle, weil fachlich kompetentes Personal fehle. Studierende und Ehemalige hatten 1600 Unterschriften für den Erhalt gesammelt. Auch einige AS Mitglieder äußerten ihr Bedauern, dass die FU dieses wichtige Thema nun verlieren könnte.

Der zuständige Dekan des Fachbereichs Erziehungswissenschaften, Harm Kuper, rechtfertigte die Entscheidung des Fachbereichsrates damit, dass es schlichtweg keinen Professor am Fachbereich gäbe, der sich in Vollzeit um das Programm kümmern könne. Nun werde versucht, den Studiengang an eine andere Universität in Deutschland zu verlegen. Derzeit eingeschriebene Studierende können ihr Studium allerdings noch abschließen.

Studierendenvertreter witterten hinter der Entscheidung politische Klüngelei – Dekan Kuper und der für Lehre zuständige Vizepräsident Klaus Hoffmann-Holland entstammen beide der größten Professoren-Liste „Vereinte Mitte“. Im Tagesspiegel hatte der Leiter des Kinderrechte-Studiengangs gemutmaßt, dass der Master „einer Gruppe einflussreicher Professoren nicht ins Konzept passe“.

 

Ein Kommentar

  • Oh ihr tollen Journalisten. „Im Tsp hatte der Leiter des Studiengangs gemutmaßt…“ Wäre es nicht eure Aufgabe gewesen, wenn ihr schon darüber schreibt, den Herrn mal zu fragen, was genau denn welchen Professoren vielleicht nicht passen könnte? Und auf welche Indizien er diesen Verdacht stützt? Und mit diesen Ergebnissen dann das Dekanat zu konfrontieren? Man nennt so was „Recherche“ und es gehört zum Journalismus dazu. Jedenfalls zum Seriösen.

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