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FURIOS auf Reisen: Surfin‘ Holland?

Salzige Luft, eine frische Brise und Möwen, die kreischend durch die Luft segeln: Kim Mensing verbrachte etliche Familienurlaube an der Nordsee. Jetzt steht sie mit ihrem Surfbrett alleine in den Dünen.

An der holländischen Küste geht es nicht nur um's Surfen. Foto: privat.

An der holländischen Küste geht es nicht nur um’s Surfen. Foto: privat.

Wer ans Surfen denkt, denkt vielleicht an braungebrannte Muskelpakete, die in Hawaiishorts eine glasklare Welle nach der anderen nehmen. Wer ans Surfen denkt, denkt wahrscheinlich nicht an unser kleines Nachbarland, die Niederlande. Das Wasser ist hier eher eine Brühe aus Sand und Algen. Der stürmische Nordseewind treibt Wellen zusammen, die sich kaum surfen lassen.

Bloß nicht aufgeben, auch wenn nach unzähligen Wasch- und Schleudergängen immer noch keine surfbare Welle in Sicht ist. Ein dickes Fell in Form eines Neoprenanzugs wird schon im Spätsommer erforderlich. Dann kommen die Wassertemperaturen nicht mal mehr auf 20 Grad. Warum also zum Surfen in die Niederlande?

Die Einfachheit genießen

Tipis, Hängematten und durchgesessene Sofas – das Surfcamp Bloemendaal ist ein Ort zum Faulenzen. Wer bei der Ankunft die Rezeption sucht, wird enttäuscht: Die gibt es hier nämlich nicht. Das „Personal“ ist Mitte bis Ende zwanzig, meist noch im Studium oder gerade fertig und hat mindestens ein gemeinsames Hobby – das Surfen.

Was auf den ersten Blick provisorisch und unorganisiert wirkt, stellt sich als Teil eines besonderes Lebensgefühl heraus: Hier genießt man die Einfachheit. Jeder Tag verläuft ähnlich, hat aber doch seine individuellen Höhepunkte. Sind abends alle vom Strand zurück, wird zusammen gekocht und über die Erlebnisse des Tages gesprochen. Die Surfer sitzen gemütlich bei einer Tasse Tee zusammen oder gehen in die nahe gelegene Strandbar, in der sich das lokale Surfvolk trifft.

Nur 45 Minuten von Amsterdam entfernt aber dem Massentourismus so fern – das Surfcamp ist wie eine eigene kleine Welt, in der man sich selbst als Urlauber schnell heimisch fühlt. Zudem kommt der Aufenthalt einer digitalen Entzugskur gleich: Wozu die Facebook-Timeline herunterscrollen, wenn man am Strand Räder schlagen kann? Wozu alle zehn Minuten aufs Handy gucken, wenn der Wellengang eine viel interessantere Dynamik hat?

Am Ende habe ich dann doch ein, zwei gute Tage auf dem Wasser verbracht. Zurück in Berlin und mit Sommersprossen übersät bin ich mir sicher, dass das nicht meine letzte Surf-Reise in die Niederlande bleiben wird.

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