Bibliotheken im Test: Die Märchenhafte | FURIOS Online
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Bibliotheken im Test: Die Märchenhafte

Bibliomanen, Leseratten und Romantiker aufgepasst: Die Stadtbibliothek Lankwitz ist ein märchenhaftes Plätzchen zum Schmökern. Von Elena Arnheiter

Die Eingang der Stadtteilbibliothek Lankwitz. Foto: Elena Arnheiter

Der Eingang der Stadtteilbibliothek Lankwitz. Foto: Elena Arnheiter

Einmal in Lankwitz angekommen, ist auch der Weg zur Stadtbibliothek nicht mehr weit. Aus dem Bus heraus, gerade durch die Ladenzeile und das Ziel kann nicht verfehlt werden. Der erste Anblick wirkt durch die düstere Fassade und das kleine Schaufenster nur wenig einladend. Wer sich jedoch bis in den ersten Stock hinauf wagt, der wird belohnt. Denn hat man sich an den modrigen Geruch gewöhnt, stellt man fest, dass einem die hellen Wände und hohen Fenster im Innern freundlicher entgegen strahlen als erwartet.

Märchenwelt im Innenhof

Ergattert man noch ein freies Schließfach, sieht man sich einer beachtlichen Sammlung an Kinder- und Jugendbüchern gegenüber. Aber auch die Erwachsenen kommen auf der Suche nach Fachliteratur oder Belletristik nicht zu kurz. Da sich alles in einem großen, hellen Raum befindet, ist es nicht schwer, sich einen Überblick zu verschaffen. Das richtige Buch gefunden, geht es auch schon in den idyllischen Lesegarten. An den unverputzten Steinwänden schlängelt sich das Efeu und die alten, aber sehr gemütlichen Sessel laden zum Schmökern ein. Die hohen Eichen und der Geruch von frisch gemähtem Gras verbreiten eine entspannte Atmosphäre. Die scheint sich auch auf die anderen Bibliotheksgäste zu übertragen: Ein Lächeln findet sich hier in vielen Gesichtern.

Das Entgelt zahlt sich aus

Das lauschige Plätzchen lässt einen vergessen, dass weder Snacks noch Getränke im Angebot sind. Café-Stimmung in der öffentlichen Bibliothek.

Neben der maroden Fassade hat die Bibliothek aber noch ein weiteres Manko: Da es sich um eine öffentliche Einrichtung handelt, ist die Ausleihe der Bücher kostenpflichtig. Doch der Studentenpreis von fünf Euro im Jahr für einen Bibliotheksausweis lässt sich verkraften. Denn für den Preis wird nicht nur Leseratten etwas geboten: Die freie Internetnutzung und die Lesungen, in denen junge Autoren wie Karen Duve und Tanja Dückers ihre neuen Bücher vorstellen, lassen die Bibliothek zum städtischen Treffpunkt werden.

Der erste Eindruck trügt

Alles in allem lässt sich also ein positives Fazit ziehen: eine große Auswahl, entspannte Atmosphäre und ein abwechslungsreiches Programm mit ansprechenden Lesungen – all das tröstet definitiv über den ungepflegten Eindruck von außen hinweg. Wer eine Auszeit vom Großstadt-Dschungel sucht, etwas Literatur genießen möchte oder in Ruhe seine Schul- und Studienarbeiten anfertigen will, für den ist die Bibliothek ein absoluter Geheimtipp.

 

Stadtbibliothek Lankwitz

Adresse: Bruchwitzstr. 37

Top: entspannte Wohlfühlatmosphäre, vielfältige Literatur, romantischer Lesegarten, helle Leseplätze mit Computern, Internetzugang, abwechslungsreiches Programm.

Flop: Fassade abschreckend, keine direkte Verpflegungsmöglichkeit, zu wenig Schließfächer.

 

 

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