„Für alle eine offene Tür“ | FURIOS Online
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Bis dahin viel Spaß mit unseren wöchentlichen Ferienserien FURIOS auf Reisen und Berlins Bibliotheken im Test!

„Für alle eine offene Tür“

Welche Rechte haben Studierende, die an der FU nicht nur lernen, sondern auch jobben? Die Vorsitzende des Personalrates der studentischen Beschäftigten Rejane Herwig weiß in diesen Fragen Bescheid. Karl Kelschebach hat mit ihr gesprochen. 

Damit der Job an der Uni nicht auf den Magen schlägt: Die Vorsitzende des Personalrates der studentischen Beschäftigen  Rejane Herwig kennt sich aus mit dem Arbeitsrecht. Illustration: Robin Kowalewsky

Damit der Uni-Job nicht auf den Magen schlägt: Rejane Herwig vom Personalrat der studentischen Beschäftigten kennt sich aus mit dem Arbeitsrecht. Illustration: Robin Kowalewsky

FURIOS: Du bist Vorsitzende des Personalrates der studentischen Beschäftigten an der FU. Welche Jobs haben Studierende an der Uni?

Rejane Herwig: Das Jobspektrum der Studierenden ist sehr breit gefächert: Von Hilfskraftstellen an den Leihstellen der Bibliotheken über Stellen bei Professor*innen, für die man sich beispielsweise um Recherchen kümmert, bis hin zur Arbeit in der Veterinärmedizin, etwa in der Pferdeklinik, ist alles dabei.

FURIOS: Welche dieser Jobs sind bei Studierenden besonders begehrt?

Herwig: Das ist schwer zu sagen. Für manche Jobs sind die Kriterien recht offen, da reicht es schon, an einer Berliner Uni zu studieren. Andere Jobs verlangen ganz bestimmtes Wissen – diese Voraussetzungen bringen weniger Studierende mit. Besonders beliebt sind immer Stellen in den Bibliotheken und als Tutor*innen.

FURIOS: Wer bestimmt, wie diese Stellen bezahlt werden?

Herwig: Wir haben in Berlin einen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte, der besagt, dass eine studentische Hilfskraft mit mindestens 10,98 Euro pro Stunde vergütet werden muss. Sie könnte auch höher vergütet werden – das passiert nur leider nicht.

FURIOS: Wenn die Löhne tariflich festgesetzt sind – wofür braucht man dann einen Personalrat?

Herwig: Es geht ja nicht nur um die Bezahlung. Das Berliner Hochschulgesetz schreibt fest, dass studentische Hilfskraftstellen für mindestens zwei Jahre ausgeschrieben werden müssen, damit die Studierenden eine längerfristige finanzielle Absicherung haben. Damit dieses Gesetz nicht umgangen wird, braucht es einen aktiven Personalrat. Wir sorgen auch dafür, dass studentische Hilfskraftstellen überhaupt öffentlich ausgeschrieben werden.

FURIOS: Oft werden sie ausgeschrieben, aber wer die Stelle bekommt, steht trotzdem von Anfang an fest …

Herwig: Natürlich können wir nicht beeinflussen, ob schon vorher Leute auserkoren werden oder nicht. Wir begleiten aber regelmäßig Bewerbungsgespräche, zum Beispiel um sicherzustellen, dass auf die soziale Lage der Kandidatinnen und Kandidaten geachtet wird. Wenn wir Probleme feststellen, können wir auch fordern, dass ein Bewerbungsverfahren neu aufgerollt wird.

FURIOS: Welche Konflikte können sonst noch auftreten?

Herwig: Neben dem Streit um Ausschreibungen kann es auch Probleme mit Vorgesetzten geben, da man sich als studentische*r Beschäftigte*r ja doch in einer Hierarchie befindet. Auch das Recht auf Urlaub bietet Konfliktpotential, vor allem bei flexiblen Arbeitszeiten. Nachteile entstehen auch durch Unwissenheit. Viele Studierende wissen zum Beispiel nicht, dass sie Sonderurlaub nehmen können, falls sie zum Beispiel ein Semester im Ausland studieren wollen.

FURIOS: Welche Arbeitnehmerrechte werden am meisten missachtet?

Herwig: Nicht selten kommt es zu unbezahlter Mehrarbeit. Das passiert vor allem dann, wenn Fachbereiche Stellen für zwanzig Monatsstunden ausschreiben, obwohl sie definitiv einen größeren Arbeitsaufwand umfassen.

FURIOS: Sind viele studentische Beschäftigte bei euch organisiert?

Herwig: Leider nicht. Den meisten ist aber auch gar nicht bewusst, dass es einen studentischen Personalrat gibt. Wir müssen bekannter werden: Je mehr über ihre Rechte Bescheid wissen, desto stärker werden wir als Gremium und desto mehr Studierende können sich mit ihren Problemen an uns wenden.

FURIOS: Was ist eure Botschaft an studentische Beschäftigte?

Herwig: Wir befürchten, dass es viele Probleme gibt, von denen wir gar nicht wissen. Deshalb ist es uns wichtig zu sagen, dass wir für alle eine offene Tür haben! Dazu kann man sich jederzeit an das Büro wenden. Die nächste Chance sich aktiv einzubringen gibt es vom 19. bis 21. Mai. Da wird unser Personalrat neu gewählt.

 

Personalrat der studentischen Beschäftigten
Rudeloffweg 25-27
Raum 27
14195 Berlin
Telefon: 030/ 838-54111
Mail: prstudb@fu-berlin.de
Homepage: http://www.fu-berlin.de/sites/prstudb/

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