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Alt triumphiert, Schäfer-Korting scheitert

Neben einem neuen alten Präsidenten brachte die vergangene Sitzung des erweiterten AS einen zurückgewiesenen Preis und eine unerwartet gescheiterte Kandidatur mit sich. Von Mareike Edler und Carlotta Voß

Die bisherige Vizepräsidentin Monika Schäfer-Korting und FU-Präsident Peter-André Alt. Foto: Archiv (FURIOS-Montage)

Die bisherige Vizepräsidentin Monika Schäfer-Korting und FU-Präsident Peter-André Alt. Foto: Archiv/ Bernd Wannenmacher (FURIOS-Montage)

„Wiederwahl des amtierenden FU Präsidenten Peter-André Alt“ – unter diesem Motto stand die Sitzung des erweiterten Akademischen Senats (AS) am Donnerstag, den 30. April 2014. Im Max-Kade Auditorium des HFB stellte sich Alt dem Votum der 61 Vertreter von Studierenden, Mitarbeitern und Professoren.

Zuvor kam der AS in seiner üblichen Größe zur monatlichen Sitzung zusammen. Unter anderem standen Beschlüsse zur Einrichtung zweier neuer Masterstudiengänge zur Abstimmung. AS-Mitglieder aller Statusgruppen kritisierten die Kommunikationspolitik des Präsidiums, sie seien vorab nicht ausreichend über die Zulassungsbestimmungen und Verträge zu den neuen Studiengängen informiert worden. Beide Entscheidungen wurden daher verschoben.

Die Tagung des eAS unter dem Vorsitz von Verena Blechinger-Talcott begann mit der Aussprache zum Rechenschaftsbericht des Präsidiums, in dessen Verlauf sich Alt eindeutig zum Pilotprojekt Studium Generale bekannte. Scharfe Kritik kam von den Studienvertretern, die die nur marginale Erwähnung von RSPO und Akkreditierung im Rechenschaftsbericht bemängelten.

Wiederwahl Peter-André Alts

Auf Punkt drei der Tagesordnung folgte die Wahl des Universitätspräsidenten, die Amtsinhaber und alleiniger Kandidat Peter-André Alt mit einer Rede einleitete. Zunächst blickte er positiv auf seine erste Amtszeit zurück. Dann erläuterte er seine wichtigsten Vorhaben für die nächsten Jahre, wie den Abschluss des Prozesses der Systemakkreditierung bis 2015/16, die Schaffung von mehr Möglichkeiten bei der Fächerkombination und die Verankerung von Geschlechterforschung in den Strukturplan.

Am Ende seiner Rede präsentierte Alt das neue Präsidium und sorgte damit für Irritation bei den Studierenden. Noch war Alt nicht wiedergewählt und auch für die Neubesetzung der übrigen Posten, außer dem der ersten Vizepräsidentin, gab es noch keine vom AS nominierten Kandidaten. Der Gesamtpersonalrat dagegen lobte, dass Alt von seinem Vorschlagsrecht in transparenter Weise Gebrauch gemacht habe. Es folgten neben kritischen Anmerkungen der Studierenden vor allem zu den Hochschulverträge auch Detailfragen zu Juniorprofessuren und Weiterbildung für Mitarbeiter der FU. Auf Blockadeaktionen und den Einsatz von Sicherheitskräften gegen Studierende angesprochen, lobte Alt das derzeitige Diskussionsniveau im AS. In dieser Form sei ihm Kritik willkommen. Diese wurde dann jedoch unterbunden, da ein Antrag auf Verlängerung der Aussprache abgelehnt wurde.

Nachdem die Mitglieder des AS ihr Kreuz gemacht hatten, wurden die Stimmzettel unter den wachsamen Augen der Studentenvertreter ausgezählt. Wie erwartet gewann Alt die Wahl mit 39 von 60 abgegebenen Stimmen und ist damit zum zweiten Mal in Folge Präsident der FU Berlin. Noch unter dem Applaus der Versammelten überreichte ein Student, der anonym bleiben möchte, dem Frischgewählten den „Kim-Jong-Il-Preis für Basisdemokratie“ in Form einer blauen Toilettenbürste, dessen Annahme Alt allerdings verweigerte.

Nach der Einlage eines Clowns mit Wasserpistole sorgte die Wahl der Vizepräsidentin dann noch für eine Überraschung: Die alleinige Kandidatin Monika Schäfer-Korting verfehlte mit 30 von 31 erforderlichen Ja-Stimmen im ersten Wahlgang knapp die absolute Mehrheit und ist damit nicht wiedergewählt. Der zweite Wahlgang wird am 7. Mai stattfinden.

2 Kommentare

  • Ich wundere mich, dass die nicht-Wahl von Schäfer-Körting hier so kurz kommt. Ich finde das schon sehr spannend: Es gab eine Wahl mit nur einer Kandidatin. Das alleine ist ja schon seltsam. Diese Kandidatin wurde nicht gewählt. Und was passiert als nächstes? Richtig: Die Wahl wird genau so (also wieder mit der gleichen einsamen Kandidatin) nochmal stattfinden. Vermutlich wird das so lange gemacht, bis gewählt wurde.

    • @asd
      Richtig. Und der nächste versuch kam direkt eine Woche später (also am gestrigen Mittwoch den 7.5). Im zweiten Wahlgang brauchte die kommissarisch im Amt verbleibende Vizepräsidentin wieder eine absolute Mehrheit des Gremiums, also 31 Stimmen.
      Das hat sie dieses mal auch mit 32 Ja 25 Nein und einer ungültigen Stimme geschafft. Bei den benannten Zahlen muss wohl nicht extra betont werden, dass es sich auch im zweiten Wahlgang keinesfalls um einen souveränen Wahlgang handelt, zumal sie – wie von meinem Vorredner richtig erwähnt – ja die einzige Kandidatin war. (Es hätten nach dem ersten Wahlgang auch keine anderen Kandidat_innen nach nominiert werden können). Im dritten Wahlgang hätte eine einfach Mehrheit (sprich: Mehr ja als nein Stimmen) gereicht. Wäre sie auch mit diesem gescheitert, dann hätten unter Umständen wieder Alternativkandidat_innen nominiert werden dürfen.
      Da stellt sich natürlich die Frage warum es keine Alternativkandidat_innen gab. Die Antwort hierauf liefert eine Stellungnahme von Prof. Rojas (AS Mitglied), der vorgeschlagen wurde und dort erklärt weshalb er nicht antritt: http://fuwatch.de/?p=4809

      Noch mehr sorgen sollte sich aber – von studentischer Seite – vielleicht um einen anderen Vizepräsidentschaftsposten gemacht werden: Vizepräsident für Studium und Lehre soll Prof. Hoffmann-Holland werden. Ein konservativer Hardliner, der im Akademischen Senat mehr als einmal durch undemokratische und studiefeindliche Positionen aufgefallen ist. Als Vizepräsident für Studium und Lehre würde er u.a. künftig die Kommission für Studium und Lehre leiten – das einzige zentrale Gremium an der „F“U in dem Studierende 50% der abstimmungsberechtigten Stimmen stellen (allerdings hat das Gremium keinerlei Entscheidungsbefugnisse sondern hat nur eine beratende Funktion). Ob und wie jedoch die Diskussionen und Beschlüsse der KfL dem AS(den es beraten soll, das ist die Aufgabe des Gremiums) überhaupt vorgelegt werden ist stark vom Vorsitzenden Inne.

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