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Ein Wohnzimmer gegen Wohnungsnot

Das Aktionsbündnis „Studis gegen hohe Mieten“ fordert mit einer Aktionswoche an verschiedenen Hochschulen bessere Wohnbedingungen. Es soll Schluss sein mit Wuchermieten und Wohnungsmangel. Von Melanie Böff

Mit einem Sleep-In vor der Mensa läutete das Bündnis seine Aktionswochen ein. Foto: Melanie Böff

Ein Sleep-In im Mensa-Foyer läutete die Aktionswoche des Bündnisses ein. Foto: Melanie Böff

Vor der Mensa in der Rost- und Silberlaube steht ein blaues Sofa, davor ein roter Perserteppich, auf dem sich ein Student lang macht. Die weiße Stehlampe, ein roter Couchtisch und eine Zimmerpflanze runden das Bild eines Wohnzimmers ab. Über dem Sofa, auf dem zwei Aktivistinnen sitzen, hängen Plakate des studentischen Aktionsbündnisses gegen hohe Mieten, davor liegen Schlafsäcke – fertig ist das „Sleep-In“.

Im Rahmen der bundesweiten Aktionstage „Studis gegen Wohnungsnot“ haben Vertreter des Bündnisses vor der Mensa ihr Quartier aufgeschlagen. Aufmerksam machen wollen sie auf die Misere auf dem Berliner Wohnungsmarkt. Besonders Studierende sind von den steigenden Mieten und dem akuten Wohnungsmangel betroffen. Gemeinsam mit der auf Mietrecht spezialisierten Rechtsanwältin Doris Grunow-Strempel standen Vertreter des Bündnisses am Dienstag vor der großen Mensa für Fragen bereit.

Auf Anfrage des Bündnisses, ob sie bereit sei die Aktion beratend zu begleiten, willigte Grunow-Strempel gerne ein. Neben ihrer Tätigkeit als selbstständige Rechtsanwältin engagiert sie sich seit 1995 in der Berliner MieterGemeinschaft e.V. Die ehemalige FU-Studentin informierte über ortsübliche Vergleichsmieten oder angemessene Staffelmieten. Sie engagiere sich gerne und häufig in diesem Bereich – unter anderem auch aus privaten Motiven: „Auch meine Tochter beginnt im kommenden Jahr ihr Studium. Sie steht dann vermutlich vor ähnlichen Hürden.“

Ambivalente Rolle der Studierenden

Gegründet wurde das Aktionsbündnis in den vergangenen Semesterferien durch anfangs 20 Studierende der drei Berliner Hochschulen HU, TU und FU. Zahlreiche Berliner Stadtteilinitiativen wie „Kotti & Co“, die sich in ihrem Kiez für bezahlbaren Mietraum stark machen, hätten die Initiatoren inspiriert, erklärt Verena Irrgang vom Aktionsbündnis. Ihnen sei aufgefallen, dass sich in diesen Initiativen noch zu wenig Studierende engagierten. Die besondere Betroffenheit und die „ambivalente Rolle“, die sie bei der Gentrifizierung spielten, seien Grund genug, auch an der Hochschule zu mobilisieren. Studierende seien „Vorreiter_innen in Gentrifizierungsprozessen, da sie häufig die ersten sind, die in spätere Szenekieze ziehen“, so das Bündnis auf seiner Homepage.

Miserable Zustände in Berlin

Mit knapp 10.000 Wohnheimplätzen bei rund 160.000 Immatrikulierten in Berlin reicht das Angebot an Unterkünften des Studentenwerks nicht einmal für sechs Prozent der Studierenden. Wer Glück hat, ergattert nach Monaten der Wartezeit ein Zimmer in einem Wohnheim. Alle anderen müssen sich mit zahlreichen anderen Leidensgenossen auf dem Wohnungsmarkt behaupten. Bei stetig steigenden Mietpreisen ist selbst mit der höchstmöglichen Bafög-Wohnungspauschale von 224 Euro nur schwer ein WG-Zimmer zu ergattern. Mit seinen Aktionen will das Bündnis noch bis Ende der Woche Studierende auffordern, sich gegen diese Zustände zu wehren. Am Freitag, 8. November, enden die Aktionstage dann mit einer großen Kundgebung vor dem Roten Rathaus.

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