Eine Nacht unter Büchern | FURIOS Online
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Bis dahin viel Spaß mit unseren wöchentlichen Ferienserien FURIOS auf Reisen und Berlins Bibliotheken im Test!

Eine Nacht unter Büchern

35 Bibliotheken öffneten bei der zweiten Langen Nacht der Bibliotheken am vergangenen Donnerstag ihre Türen. Darunter waren auch drei Bibliotheken der FU. Julia Südhölter hat sich umgesehen.

Essen in der Bibliothek? Eigentlich streng verboten, aber bei der Langen Nacht der Bibliotheken wurde großzügig eine Ausnahme gemacht. Direkt am Eingang der Philologischen Bibliothek, also in sicherem Abstand zu allen Büchern, lagen Obstspieße. Angeboten hat sie das Institut für Ernährung und Prävention. Damit neben den Leckereien die Informationen nicht zu kurz kamen, hatten die Mitarbeiter ausgerechnet, wie viele Würfel Zucker in verschiedenen Getränken stecken. Tatsächlich ist der Zuckergehalt von Cola und Multivitaminsaft gleich, und in einer Tüte Caprisonne stecken sogar neun Stückchen.

Bücher und noch mehr Bücher

Bis Mitternacht konnten die Besucher der Langen Nacht am Donnerstag stöbern, lesen, und verschiedenen Vorträgen zuhören. Neben der Philologischen Bibliothek waren auch die Wirtschaftswissenschafliche Bibliothek und die Bibliothek der Rechtswissenschaften beteiligt. An diesen Standorten waren verschiedene Institute und Einrichtungen vertreten: Das John F. Kennedy Institut für Nordamerikastudien beispielsweise stellte in der Philologischen Bibliothek Bücher und Platten bereit. Die Bandbreite reichte von Büchern über Sex and the City bis zu welchen über Andy Warhol. Dazu kamen viele alte Schallplatten von Armstrong bis Sinatra. Auch der Bücherbasar durfte natürlich nicht fehlen. Dieser ist jede Woche vom Dienstag bis Donnerstag geöffnet und verkauft alles von Sachbüchern bis zu deutschen und fremdsprachigen Romanen. Die Einnahmen gehen an die Philologische Bibliothek.

Sehr gut besucht war die Veranstaltung allerdings nicht. Vom Book-Dating beispielsweise machte nur eine Handvoll Besucher Gebrauch. Hier konnte man sich gegenseitig seine Lieblingsbücher empfehlen. Ganz egal ob Sachbuch, Fachbuch oder einfach ein guter Roman. Eine Art Speeddating, es wurde eben nur statt von sich selbst von Büchern berichtet.

Die Namensgeber der Dahlemer Straßen

Besser besucht war der Vortrag von Wolfgang Beyrodt, Leiter der kunsthistorischen Bibliothek der FU, und Referentin Ulrike Tarnow über die Namensgeber Dahlemer Straßen. Die Furios widmete dem Thema diesen Sommer eine eigene Serie. Beyrodt und Tarnow stellten zwei Kunsthistoriker im Fokus: Ethnograph und Kurator Otto von Samson, der 1999 seine eigene Straße bekam, und Edwin Redslob, Mitbegründer und ehemaliger Rektor der FU. Redslob ist auch für das bis heute verwendete Logo der Universität verantwortlich.

Einige weitere Straßen wurden kurz vorgestellt. Zum Beispiel die Iltisstraße, die nach einem Kanonenboot benannt wurde, das unter dem Kommando von Wilhelm von Lans, dem ebenfalls eine Dahlemer Straße ihren Namen zu verdanken hat, in deutschen Kolonien im Einsatz war. So wurden mit Hilfe dieses Schiffs die Boxeraufstände in China niedergeschlagen. Dort war es an der Beschießung des Taku-Forts beteiligt. Damit war direkt auch der Name der Takustraße erklärt.

Mehr als ein Ort zum Lernen

Die lange Nacht der Bibliotheken hat gezeigt, dass Bibliotheken mehr sein können als nur der Ort, an dem Studenten über Hausarbeiten verzweifeln und mit rauchenden Köpfen über Laptops und Büchern sitzen. Stattdessen wurde vor allem die Philologische Bibliothek zu einem Ort, an dem sich über Bücher und mehr ausgetauscht werden konnte und in dem nicht jedes kleines Geräusch mit einem genervten Blick und einem nachdrücklichen „Sssch!“ geahndet wird. Also ein guter Einstieg in die Welt der Bibliotheken, auch für Bibliotheks-Muffel.

 

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