Liebe Erstis! | FURIOS Online
FURIOS wünscht Euch schöne Semesterferien! Aktuelles rund um die FU gibt es hier wieder ab dem 13. Oktober.
Bis dahin viel Spaß mit unseren wöchentlichen Ferienserien FURIOS auf Reisen und Berlins Bibliotheken im Test!

Liebe Erstis!

Neues Wintersemester neue Erstsemester. Egal ob euphorisch oder eingeschüchtert: Die ersten Tage an der Uni können ganz schön anstrengend sein. Margarethe Gallersdörfer gibt ein paar nützliche Hinweise.

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Das erste Mal Mensa: Nur eine von vielen Erfahrungen, die FU-Erstis in diesen Tagen machen. Foto: Florian Schmidt

Liebe Erstis,

Eigenlob stinkt, aber schon mit dieser Anrede zeige ich mich als erfahrene FU-Studentin. Denn „Erstis“, das seid ihr. Egal ob Männlein, Weiblein, beides oder keins von beidem – mit „Erstis“ bin ich fein raus. Ja, diese Unterscheidungen werden hier vorgenommen. Ihr möchtet weiterhin den generischen Maskulin benutzen und „liebe Studenten“ sagen? Gutes Training für die Charakterstärke: An der FU wird das vielerorts als politisches Statement verstanden. Und zwar eines von der kontroversen Sorte.

Sollte euch der Sinn nicht nach Diskussionen über „sexistische Kackscheiße“ und die Stellung der Frau und der transsexuellen Person im akademischen Umfeld stehen, kann ich nur warnen: Mit jedem gesprochenen oder geschriebenen Satz, in dem ihr eine Gruppe von Männern und Frauen pauschal als „Studenten“, „Dozenten“ oder „Professoren“ bezeichnet, könnt ihr hier genauso leicht auf die Schnauze fallen wie im Winter auf dem Weg von der U-Bahn zum Hörsaal – da wird nämlich nicht geräumt. Und wo wir gerade bei dem Thema sind: Ja, wir waten tatsächlich bei jedem Niederschlag klaglos durch das Schlammloch Dahlem. Besorgt euch Gummistiefel!

Doch zurück zu euch, liebe Erstis! Wie waren die ersten drei Tage? Alles ein bisschen viel, oder? Besonders an Menschen, die in ihr herumlaufen, mangelt es dieser Universität zu Semesterbeginn nicht. Aber keine Sorge: Schon nächste Woche wird die FU-Welt wieder etwas luftiger aussehen. Dann haben sich alle doppelt so viele Seminare und Vorlesungen angeschaut, wie sie belegen wollen – und viermal so viele, wie sie tatsächlich regelmäßig besuchen werden. Im Lauf des kommenden Jahres werdet auch ihr diese Formel ergründen.

Zwei Sorten Erstis

Zu welcher Sorte „Ersti“ gehört ihr? Hättet ihr am liebsten schon nach der elften Klasse angefangen zu studieren und schwebt jetzt strahlend und mit großen Augen durch Dahlem? Oder kommt ihr gerade aus dem Ausland, habt euch mit Müh und Not für ein Studienfach entschieden, habt das unbestimmte Gefühl, dass die Entscheidung falsch war und irrt missgelaunt durch die Gänge?

Tröstet euch: An unserer Massenuni kann man sich zwar sehr leicht sehr einsam fühlen, aber man kann sich auch sicher sein: Man ist nicht allein. Mit keiner Grundstimmung. Sucht euch Gleichgesinnte! Auf den 647 Ersti-Veranstaltungen, -Partys und -Fahrten, die euch noch blühen, sind die meisten genauso dringend auf der Suche nach Freunden wie ihr. Falls ihr in einem dieser anstrengenden Studiengänge seid, in dem am Anfang alle beweisen wollen, wie begeistert von und qualifiziert für gerade euer Studienfach sie sind – die beruhigen sich wieder. Und sind vielleicht sogar ganz nett, im nächsten Semester dann. Währenddessen könnt ihr die Zeit nutzen und euch mit Leuten aus höheren Semestern anfreunden, die sollten schon etwas mehr im Flow sein.

Ein Plätzchen für alle, die es reinschaffen

Willkommen an der FU also! Offen für jeden ist sie nicht, aber eines muss man ihr lassen: Wenn man mal drin ist, findet sie ein Plätzchen für jeden. Ihr, liebe Erstis, könnt euer Ding hier in Regelstudienzeit durchziehen – oder euch für euren Bachelor zehn Semester Zeit nehmen. Ihr könnt wie 90 Prozent eurer Kommilitonen die Wahl des Studierendenparlaments ignorieren – oder euch hochschulpolitisch engagieren, etwa indem ihr euch der lokalen Protestszene anschließt. Ihr könnt Universitätspräsident Peter-André Alt applaudieren, wenn er von seiner exzellenten Universität schwärmt – oder bei Regen in die preisgekrönte, von Sir Norman Foster erbaute Philologische Bibliothek gehen und Tropfen auffangen.

Ansonsten: In der Veggie-Mensa gibt es das bessere Essen. Um Sprachkurse, Hochschulsport und ABV muss man sich einen Monat früher kümmern als um seine Seminare. Wenn euer Wunschkurs beim FU-Hochschulsport schon voll ist: An der TU sind oft noch Plätze frei. Seid nett zu euren Mitbewohnern, schreibt hin und wieder mal eine Hausarbeit oder eine Klausur. Und macht noch was anderes als Uni. Viel Spaß!

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