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Gleiches mit Gleichem

Zum Wintersemester werden Lehrveranstaltungen für Bachelor- und Masterstudenten schließlich auch am OSI konsequent getrennt. Bedauerlich, findet Melanie Böff.

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Bachelor- und Masterstudenten sind nicht gleich. Schon gar nicht innerhalb einer Lehrveranstaltung. Das besiegelt ein längst gefasster Beschluss der Kultusministerkonferenz. Die Strukturvorgaben der Länder für Bachelor- und Masterzugänge fordern eine grundlegende Unterscheidung zwischen diesen, damit keiner unter- oder überfordert wird.

Was an anderen Instituten der FU schon gängige Praxis ist, wird zum Wintersemester auch Realität am Otto-Suhr-Institut (OSI) für Politikwissenschaft. Bisher konnten Bachelorstudenten problemlos Veranstaltungen aus Masterstudiengängen besuchen und umgekehrt. Studenten mit unterschiedlichen Wissensständen saßen in Hauptseminaren zusammen und erarbeiteten Problemstellungen. Damit ist nun Schluss. Was das Studienniveau betrifft, werden in Zukunft nur noch ebenbürtige Studenten in Lehrveranstaltungen ihr Wissen feilbieten können.

Lange hat sich das OSI vor der Umsetzung des Beschlusses gedrückt. Der Grund: fehlende Kapazitäten. Anfang dieses Jahres kündigte Studiendekan Ingo Peters die Trennung der Lehrveranstaltungen auf einer Sitzung des Institutsrats an. Nun ist sie vollzogen und das bringt Einschränkungen.

Beschränkte Auswahlfreiheit

Sicher kann die Umsetzung von geltendem Recht innerhalb einer Hochschule nur fair über die Bühne gehen, wenn alle Institute mitziehen. Was bisher ein Verstoß gegen geltendes Recht war, bedeutete aber mehr Freiheit für die OSIaner.

Diese konnten aus einer Fülle von Veranstaltungen der Bachelor- und Masterprogramme nach Herzens- und Wissenslust auswählen. Lediglich die zu erbringende Leistung wurde an das jeweilige Können angepasst. Die Spaltung soll nun das auch das gesamte Seminar an das jeweilige Können anpassen, beschneidet aber zugleich die Auswahlfreiheit der OSI-Studenten.

Der Gedanke, auf dem die Trennung fußt, greift zu kurz. Ja, die Kompetenzen von Bachelor- und Masterstudenten unterscheiden sich. Profitiert aber nicht gerade die Qualität der geführten Diskussionen von verschiedenen Ansichten und Wissensständen? Können Bachelorstudenten nicht erheblich von dem Input der Masteranwärter mitgezogen werden? Würden Ergebnisse nicht reichhaltiger ausfallen?

Diskutieren Kommilitonen auf einem ähnlich niedrigen Kenntnisniveau, bleibt der Gedankenaustausch übersichtlich. Spickt man allerdings das Basiswissen der Bachelorstudenten mit dem weiterführenden Wissen der höheren Studenten und erinnert diese im Umkehrschluss an das Grundlagenwissen, so gewinnt die Lehrveranstaltung an Profil. In Zeiten des Bachelor- und Mastersystems scheint dafür aber wohl keine Zeit mehr zu sein. Die strikte Aufteilung soll leistungsgerechte Seminare ermöglichen. Doch bisher hat sie dem OSI und seinen Studenten nur administrativen Mehraufwand und beschnittene Auswahlhoheiten beschert.

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