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Der Begründer des Schulsystems

Karl Freiherr vom Stein zum Altenstein, an den die Altensteinstraße in Dahlem erinnert, war als Politiker nicht immer erfolgreich. Doch er gilt auch als Bildungsreformer. Von Bente Staack.

Die Altensteinstraße verbindet die Habelschwerdter Allee mit dem Königin-Luise-Platz und führt am Botanischen Garten vorbei. Foto: Bente Staack

Die Altensteinstraße verbindet die Habelschwerdter Allee mit dem Königin-Luise-Platz und führt am Botanischen Garten vorbei. Foto: Bente Staack

Karl Freiherr vom Stein zum Altenstein – als Spross einer fränkischen Adelsfamilie ist er in der Dahlemer Villengegend zuhause. Auch aufgrund seiner Arbeit passt Altenstein in das akademische Umfeld einer Universität:  Nach einem Ausflug in die Finanzpolitik wechselte er in das Bildungsressort und stieß als Kultusminister einige wichtige Reformen an. So gilt er als Begründer des humanistischen Gymnasiums und des mehrgliedrigen Schulsystems.

Der Sohn von Husaren-Rittmeister und Kammerherr Friedrich Ernst Freiherr vom Stein zum Altenstein und Juliana Philippina Wilhelmina Freiin von Adelsheim wurde 1770 geboren. Zunächst  studierte er in Erlangen Jura, später zog es ihn nach Göttingen und Jena.

Im Jahr 1793 stieg er als Referendar der preußischen Provinzialbehörden in die Politik ein. Zu seinen Förderern zählte auch der preußische Minister Karl August Freiherr von Hardenberg, der ihn in die Materie der Staatskunst einführte. Als Napoleon schließlich den Finanzminister Karl Freiherr vom Stein wegen dessen Widerstand gegen das französische Establishment entließ, bekam Altenstein den Posten.

Den alten aufrührerischen Kurs konnte er  nicht fortführen, jedoch hatte Altenstein mit seinen eigenen Ideen auch nicht viel Glück. Mit dem Frieden von Tilsit, einem Vertrag zur Beendung des Vierten Koalitionskrieges (1806-1807), hatten das Kaiserreich Frankreich, das Königreich Preußen und das Russische Kaiserreich vereinbart, dass Preußen an Frankreich zahlen sollte. Im Jahr 1810 konnte das Königreich den Forderungen nicht mehr nachkommen. Altensteins Lösungsvorschlag, Schlesien Frankreich zu überlassen, kostete ihn den Job.

Nachdem König Friedrich Wilhelm III ihn entlassen hatte, wurde er in Breslau Zivilgouverneur von Schlesien, dasselbe Gebiet, das er  kurz zuvor noch an Frankreich hatte abtreten wollen. Zu seinen Aufgaben zählte nun die Umsetzung einer Rückführung der von Napoleon entführten Kunstschätze nach Preußen, zusammen mit Wilhelm von Humboldt.

1817 nahm Altensteins Laufbahn schließlich eine glücklichere Wendung: Er wurde Kultusminister. In den zwanzig Jahren, die er dieses Amt innehatte, reformierte er das preußische Bildungswesen grundlegend. So gilt er als Begründer des humanistischen Gymnasiums,  in dem unter anderem die Sprachen Latein und Griechisch als Grundlage der europäischen Kultur unterrichtet werden.

Auch das Unterrichtsgesetz von 1819, das den Anfang des heutigen mehrgliedrigen Schulsystems bildete, zählt zu seinem Wirken. Und das ist noch nicht alles: Sechs Jahre später dehnte Altenstein die Schulpflicht über das ganze Land aus. Außerdem setzte er sich für eine von der Kirche unabhängige Schulbildung ein. Nicht zuletzt geht auch die Gründung einer Universität auf ihn zurück – die der Bonner Hochschule im Jahr 1818.

Karl Freiherr vom Stein zum Altenstein starb im Jahr 1840 in Berlin und wurde auf den Dreifaltigkeitsfriedhof II in Kreuzberg beigesetzt.

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