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„Das Klassentreffen der HipHop-Szene“

Rund 20.000 HipHop-Fans sind am Wochenende in die Pampa gepilgert: Beim „Splash“-Festival jubelten sie unter anderem Casper, A Tribe Called Quest und Blumentopf zu. Von Florian Schmidt

Festival-Headliner Casper während seines Auftrittes beim "Splash". Foto: Marc Rutkowski

Festival-Headliner Casper während seines Auftrittes beim „Splash“. Foto: Marc Rutkowski

Millionen weiße Papierfetzen flattern durch die kühle Nachtluft. Zwischen zwei großen Schaufelradbaggern regnen sie hinab auf mehrere tausend Menschen, die in buntes Licht getaucht vor einer großen Bühne stehen. Der wummernde Sound eines E-Basses dringt aus haushohen Boxen und wabert durch die Menge. Ein Hauch von Schwefel liegt in der Luft. Für einen kurzen Moment scheint das Publikum den Atem anzuhalten. Gebannt blickt es auf zu einem jungen Mann mit rotem Bart, der in der Mitte der riesigen Bühne steht. Mit einem Mal setzt der Beat ein – und der Mann beginnt zu brüllen: „In deinem Alaska!“ Und alles springt!

Die kratzige Stimme des Bärtigen ist unverkennbar: Casper – der diesjährige Headliner des HipHop-Festivals „Splash“, das am vergangenen Wochenende zu Ende gegangen ist. Nachdem er vor einem Jahr bei der Ankündigung seines Auftrittes noch Buh-Rufe zu hören bekam, zog er das Publikum am Samstag mit einer fulminanten Show vollends in seinen Bann. Konfetti, Feuerwerk und Kollegah als Gastauftritt – der Höhepunkt des Festivals hätte kaum besser laufen können.

Zum 16. Mal fand vom 12. bis 14. Juli das „Splash“-Festival statt, so groß wie in diesem Jahr war es lange nicht mehr. „Wir waren ausverkauft“, sagte eine Sprecherin im Nachhinein. Laut Veranstalter reisten rund 20.000 Besucher nach Gräfenhainichen in Sachsen-Anhalt, um neben Casper auch Blumentopf, A Tribe Called Quest und weitere rund 80 Künstler zu sehen und zu hören. Die Massen waren zu spüren: Sowohl der Campingplatz als auch das Festivalgelände mit seiner beeindruckenden Tagebaukulisse wirkten deutlich voller als in den Vorjahren – obwohl die Veranstalter das Gelände vergrößert und um eine Bühne erweitert hatten.

Unter den Besuchern waren auch einige FU-Studenten. Die vielen Fans störten sie nicht, im Gegenteil. „Ich finde das nicht schlimm“, sagte Informatik-Student Samir, der schon seit mehr als fünf Jahren regelmäßig zum „Splash“ fährt. „Es ist doch cool, dass HipHop wieder so viele Leute anzieht. Vor allem freut es mich, dass so viele jüngere Fans dabei sind und viel mehr Frauen kommen als früher.“

Ob alt, jung, Mann oder Frau – das dreitägige Programm bot für fast jeden Geschmack etwas. Während die Veranstalter auf der Hauptbühne den Schwerpunkt auf kommerziell erfolgreiche Künstler wie Macklemore und Ryan Lewis, Casper und Marteria legten, kamen auf den kleineren Bühnen DJs und MCs zur Sprache, die nur in Fankreisen bekannt sind. „Gerade unter den weniger bekannten Künstlern findet man auf dem ‚Splash‘ immer wieder einige musikalische Highlights“, meinte Matthias, der am OSI Politikwissenschaft studiert. „Für Newcomer wie Edgar Wasser kann man ruhig mal einen größeren Act verpassen.“

Vielfältiger als bislang fielen in diesem Jahr auch die Sport- und Freizeitmöglichkeiten abseits der Bühnen aus. Hinzu kamen ein Autoscooter, ein Mini-Fußballplatz und zwei kleine freie Bühnen, auf denen sich besonders Freestyle-Rapper aus der Videobattleturnier-Szene hervortaten. Als interessant stellte sich außerdem das Diskussions- und Lesepodium im Indoorbereich heraus. Eine Diskussionsrunde ging unter anderem der Frage nach, welche Grenzen es im Battlerap geben sollte oder nicht. Die meisten der Anwesenden und auch das Publikum sprachen sich dabei dafür aus, dass das „N-Wort“ als Beleidigung tabu sei und bleiben solle.

An der Diskussion nahm auch der Berliner Rapper Prinz Pi teil. Im Anschluss fasste er zusammen, welches Gefühl ihm das Festival vermittelt: „Das hier ist wie ein Klassentreffen der HipHop-Szene. Auf dem ‚Splash‘ trifft man sie alle.“ Ähnlich sieht es auch FU-Student Matthias: „Wir sind eine Clique von Leuten, die jedes Mal zusammen herfahren. Wenn dann auch noch so gutes Wetter ist wie in diesem Jahr, macht es richtig Spaß.“

Tatsächlich machte das „Splash“-Festival seinem eigentlichen Namen in diesem Jahr keine Ehre. Das Wetter blieb während der gesamten Zeit gut, kein einziger Tropfen Regen fiel auf Künstler und Fans. Matthias: „Hoffen wir, dass es auch die nächsten Jahre so bleibt.“

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