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Bis dahin viel Spaß mit unseren wöchentlichen Ferienserien FURIOS auf Reisen und Berlins Bibliotheken im Test!

Amor schießt jetzt digital

Wer mehr mit der Uni als mit einer Amazone aus Fleisch und Blut eine Beziehung führt, kann sich seit neuestem auf Facebook-Seiten nach dem Akademiker mit Niveau umsehen. Von Mike Bolz

Illustration: Cora-Mae Gregorschewski

Kennst du das nicht auch? Du läufst an der Veggie-Mensa vorbei und dann steht da dieser unglaublich attraktive Typ mit brauner Wuschelmähne und tiefblauen Augen. Ihr lächelt euch an, du willst ihn ansprechen, aber  gehst weiter und ärgerst dich zuhause über deine Feigheit.

Zwischen den tausenden Studenten wirst du ihn niemals wiedersehen. Aber halt! Seit neuestem gibt es auf Facebook eine Vielzahl sogenannter „Spotted“-Seiten. So auch an der FU. Die Grundidee ist, anonym eine Annonce aufzugeben die eine Person beschreibt. Findet man sich selbst in einer Beschreibung wieder, wendet man sich an die Betreiber der Seite, die das Paar zusammenführen. Noch hat die Seite der FU Berlin allerdings kaum mehr als 250 Fans. Eher eine Pfütze als ein Karpfenteich.

Wie es richtig geht macht „Spotted: Stabi München“  vor. Mehr als 14.000 Fans auf Facebook lesen täglich Nachrichten wie:

„An den gutaussehenden, großen, leicht dunkelhäutigen, mit blauem Pulli, der heute im Café war und nachmittags oben an der großen Treppe am Eingang zum Lesesaal stand. als ich die Treppe runter lief hast du mich so angesehen, als wolltest du mich wiedersehen…ich hätte nichts dagegen“

Das „Spotted“-Phänomen ist irgendwie gut und gleichzeitig furchterregend. Aus Münchener Kreisen ist zu hören, dass die Stabi nun zum Laufsteg Nr.1 geworden ist. Kein Mädchen traut sich mehr ohne High Heels, unechte Wimpern, Minirock und geglättete Haare zum Bücherverleih –  man könnte ja „gespotted“  werden.  Große Liebe hin oder her – der Preis ist ziemlich hoch.

Ich bin gerne im Gammel-Look in der Bib unterwegs. Jogginghose oder zumindest Hoodie und Chucks gehören zu einem Fünfstündigen Lernmarathon einfach dazu. Natürlich ähnele ich dann eher Cindy aus Marzahn als der guten Heidi Klum, aber bisher war das egal, da ja alle zwischen ihrem Bücherstapel scheiße aussehen.

Nun also die Frage: Die große Liebe finden oder weiterhin ohne Duschen und Zähneputzen in die Uni kommen? Ach, fuck it! Die Schlabberhose bleibt an! Dafür probier ich’s hier.

Ich hab dich beim Furios austeilen an der Veggie-Mensa gesehen. Du hattest braune Haare, blaue Augen und bist wohl BWL- oder PoWi-Student. Wenn du dich noch an mich (klein, blond, grüne Augen) erinnerst, melde dich bei der Redaktion.

Aber nicht dass zwischen Pudding und Gemüseschnitzel der nächste Laufsteg entsteht …

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