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Ohne Stimme zu mehr Stimmrecht

Die RSPO-Gegner werfen den FU-Gremien ein Demokratiedefizit vor. Um darauf aufmerksam zu machen, veranstalteten sie einen „Voiceless Flashmob“. Von Mara Bierbach

In der großen Mensa starteten die RSPO-Gegner einen „Voiceless Flashmob“. Fotos: Clara Straessle

„That’s What You Call Democracy?“, so stand es weiß auf schwarz auf ihrem Banner. Knapp 30 Studenten beteiligten sich am Montag, 3. Dezember, am „Voiceless Flashmob“, um gegen die geringen Teilhabemöglichkeiten der Studenten in universitären Gremien zu protestieren. Öffentlichkeitswirksam zogen sie zur Rush-Hour zwischen 12 und 13 Uhr durch die große Mensa in der Silberlaube. Das Bildungsprotest-Plenum hatte die Aktion initiiert.

Ihre Münder hatten die Studenten mit Klebeband verklebt, um die von ihnen kritisierte Stimmenlosigkeit zu verdeutlichen. Was die Aktivisten als Demokratiedefizit empfinden, sei auch verantwortlich für den Streit um die geplante Rahmenstudien- und Prüfungsordnung (RSPO). Die RSPO sieht unter anderem eine Beschränkung von Prüfungswiederholungen und de facto eine Wiedereinführung der Anwesenheitspflicht vor.

Im Akademischen Senat (AS), dem höchsten universitären Entscheidungsgremium, hat die Professorenschaft 13 Sitze inne, während Studenten mit nur vier Sitzen vertreten sind. Auch in allen anderen akademischen Gremien hält die Statusgruppe der Professoren mindestens 51 Prozent der Stimmanteile. Die Demonstranten des „Voiceless Flashmob“ stellen die Verhältnismäßigkeit der Stimmmverteilung gegenüber: Die 13 professoralen Sitze im AS repräsentierten knapp 350 Professoren, die vier Sitze der Studenten stünden jedoch für mehr als 30.000 Studenten.

Hinter den Kassen der Mensa verteilten die Aktivisten Flyer, auf denen sie Änderungen an der RSPO vorstellten. Zunächst forderten sie eine demokratische Plattform, in der ein neuer Entwurf gemeinsam erarbeitet werden soll. Inhaltlich soll von einer Beschränkung der Prüfungswiederholungen, einer Einführung der Anwesenheitspflicht und von Zwangsauflagen Abstand genommen werden. Darüber hinaus forderten die Studenten eine Möglichkeit zum Teilzeitstudium und eine Verringerung des Arbeitsaufwandes für einen Leistungspunkt von 30 auf 25 Arbeitsstunden. „Für Demokratie und Selbstbestimmung“, lautet das Fazit des Änderungskatalogs.

Die Demonstranten riefen ihre Kommilitonen dazu auf, an der nächsten Sitzung des AS am 12. Dezember teilzunehmen. Auf der vergangenen Sitzung des AS am 14. November hatten etwa 250 Studenten die Verabschiedung der RSPO verhindern können, indem sie den AS-Sitzungsaal besetzt hatten. Universitätspräsident Peter-André Alt hatte daraufhin in einem Brief mitteilen lassen, er werde „erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass der Akademische Senat zusammentreten kann und seine Mitglieder ihre Aufgaben wahrnehmen können“. Das professorale AS-Mitglied Rául Rojas war am vergangenen Dienstag, 27. November als Vermittler an die Studenten herangetreten, um eine weitere Verhärtung der Fronten zu verhindern.

Ein Kommentar

  • Großartige und schwer notwenidige Aktion! Vielen Dank an alle, die sich für eine Demokratische FU einsetzen!

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