250 Studenten verhindern RSPO-Beschluss | FURIOS Online
FURIOS wünscht Euch schöne Semesterferien! Aktuelles rund um die FU gibt es hier wieder ab dem 13. Oktober.
Bis dahin viel Spaß mit unseren wöchentlichen Ferienserien FURIOS auf Reisen und Berlins Bibliotheken im Test!

250 Studenten verhindern RSPO-Beschluss

Die geplante Rahmenstudien– und Prüfungsordnung kommt vorerst nicht. Der Akademische Senat konnte sie nicht verabschieden, weil Studenten den Sitzungssaal besetzten. Von Fanny Gruhl und Florian Schmidt

Besetzung

Enttäuscht? Präsident Peter-André Alt und Vizepräsident Michael Bongardt müssen einsehen: Im besetzten AS-Sitzungsaal ist keine Sitzung möglich. Fotos: Cora-Mae Gregorschewski und Fabian Hinsenkamp

Als die Mitglieder des Akademischen Senats (AS) am 14. November die Rahmenstudien- und Prüfungsordnung (RSPO) verabschieden wollten, standen sie im Henry-Ford-Bau vor blockierten Türen. Rund 250 Studierende hatten den Sitzungsraum besetzt. FU-Präsident Peter-André Alt sagte daraufhin die Sitzung ab. Bis auf Weiteres konnten die Studenten den Beschluss der RSPO so vereiteln.

„Wenn die Sitzung auf diese Weise verhindert wird, werden wir sie auch nicht durchsetzen“, sagte Alt. Zwar könne er von seinem Hausrecht Gebrauch machen, fuhr er fort. „Wir wollen aber keine Sitzung unter Polizeischutz.“ Anstelle dessen schlug Alt vor, über die Themen aus der studentischen Vollversammlung (VV) zu diskutieren. Dort hatten zuvor mehr als 300 Studierenden einen Katalog mit acht Forderungen besprochen, die nach ihrem Willen in einen neuen Entwurf einfließen sollen.

Neben den bekannten Wünschen nach unbegrenzten Prüfungswiederholungen und einem Absehen von der Anwesenheitspflicht forderten sie, dass ein Leistungspunkt künftig nur mit einem Arbeitsaufwand von 25 statt 30 Stunden verbunden sein soll.

Studenten lehnen Debatte im Anschluss ab

 

Außerdem sollen 25 Prozent der Studienleistungen nicht durch Noten bewertet werden – welche Module das sein sollen, sollen die Studenten selbst bestimmen können. All diese Vorschläge seien konform mit dem Berliner Hochschulgesetz und demzufolge auch umsetzbar,betonten die Organisatoren während der VV.

Das Präsidium findet dagegen, dass die Studierenden nur Maximalforderungen stellten. Die Realisierbarkeit stünde für sie nicht im Vordergrund. Inhaltlich ließen Alt und Vizepräsident Michael Bongardt die Forderungen der Studenten unkommentiert. Viele Vorschläge seien ihnen bereits bekannt, sagte Alt.

Eine ausführliche Debatte im Anschluss lehnten die Studierenden ab. Sie wollten sich erst noch einmal beraten und verlangten außerdem die Einberufung eines Runden Tisches. An diesem solle ausführlich über die RSPO diskutiert werden. Alt ging darauf nicht ein.

Neuer Termin für RSPO-Beschluss unklar

Unklar bleibt jetzt, wie es mit der geplanten Ordnung weitergeht. Eine Verabschiedung in den kommenden Tagen werde es nicht geben, sagte Bongardt. Die geplatzte Sitzung aber solle noch vor dem nächsten regulären Termin am 11. Dezember nachgeholt werden.

Viele Studenten werteten die Aktion als Erfolg. „Das Tagesziel ist erreicht“, sagte einer von ihnen. „Es ist toll, dass so viele gekommen sind“, meinte ein anderer. „Nur so können wir uns Gehör verschaffen.“ Die Veranstaltung blieb die gesamte Zeit friedlich. Zu einer Eskalation kam es nicht. Die Polizei, die den Demonstrationszug über den Campus mit rund 20 Beamten begleitete, griff zu keinem Zeitpunkt ein.

Der AS soll bei seiner nächsten Sitzung die Arbeit wieder aufnehmen können. Möglicherweise thematisiert er  die RSPO daher vorerst nicht. „Wir haben auch noch andere Dinge zu besprechen“, sagte Alt. „Angesichts des großen Protests müssen wir deshalb abwägen, ob wir die RSPO das nächste Mal erneut auf die Tagesordnung setzen.“

2 Kommentare

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Psychotherapeuten in Ausbeutung

Angehende Psychotherapeuten müssen ein Jahr in der Klinik arbeiten – bezahlt werden sie dafür kaum. Dagegen sind jetzt Hunderte Betroffene auf die Straße gegangen. Lily Martin war dabei.  » weiterlesen