Wasserwerfer in der Silberlaube | FURIOS Online
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Wasserwerfer in der Silberlaube

Alles neu macht der November! Nur nicht gerade praktisch. Natalia Gawron warnt vor der neuen Hygienearchitektur im Keller der Silberlaube.

Illustration: Cora-Mae Gregorschewski

Als ich heute nach meinem Mittagssnack in der Mensa die Treppe zu den Toiletten hinunterlief, schien erst einmal alles wie gewohnt. Kaum unten angekommen, strömte mir plötzlich ein sonderbarer Geruch entgegen. Es war der Geruch von „frisch Renoviertem“. Ein ganz merkwürdiges Gefühl, hier, mitten in der Uni.

Schon im Eingangsbereich erblickte ich hochmoderne, dunkelgraue, große Fliesen. Als ich mich orientieren wollte, welchen der beiden Eingänge ich nun nehmen darf, entdeckte ich über den Türen zwei blau beleuchtete Schilder. Zuerst dachte ich, ich hätte die Notausgänge gefunden. Zwischenfazit: Eher aus- als einladend. Ich betrat nun den Eingang mit dem weiblichen Menschchen. Eine weiße Wand!

Ein paar Schritte weiter rechts sah ich auch schon die hypermodernen Waschbecken. Hinter mir: ein gigantischer Spiegel. Nicht, dass die Riesenspiegel über den Waschbecken schon genug wären. Nein, ein überdimensionaler, sich über die gesamte Wand erstreckender Spiegel war für uns Studierende dringend erforderlich, wenn nicht sogar obligatorisch! Kurz die Frisur checken. Sitzt!

Weiter in Richtung Klokabinen. Ein Gefühl von Knast überfiel mich. BSR-farbene Kabinen mit weißen Türknäufen. Das stille Örtchen in Orange? Eine sehr aufwühlende Farbe. Sollte man sich nicht wenigstens hier etwas entspannen dürfen? Nachdem das Hauptsächliche erledigt wurde, begab ich mich zurück zu den neuartigen Waschbecken. Fix ein Spritzer Seife und Hände unters kalte Wasser.

Grrrr …! Wenige Sekunden später stand nicht nur mein, sondern auch der komplette Waschtisch meiner rechten und linken Klonachbarn unter Wasser. Schön modern – und schön unpraktisch, diese neuen Wasserwerfer. Ratz-fatz die Hände abgetrocknet und raus aus dem Wasserparadies. Oben und somit wieder in gewohnter Uniumgebung angekommen, war ich froh trockene Füße zu haben. Und das ist noch freundlich untertrieben. Wer sich in Zukunft auf dem „stillen“ Örtchen nach allen Regeln der hygienischen Kunst benehmen möchte, muss sich also wappnen. Also, liebe Kommilitonen, nehmt eure Badelatschen in die Hand und ab aufs Klo!

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