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Millionenspritze für die FU

Das Präsidium hat neue Ideen, wie das Studium an der Freien Universität besser werden kann. Dafür lässt Bildungsministerin Annette Schavan nun ordentlich was springen. Von Hendrik Pauli.

Für das kommende Frühjahr erwartet die Freie Universität einen warmen Geldregen. Ab April 2012 erhält die Uni 11,3 Millionen Euro aus dem sogenannten Qualitätspakt Lehre der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern. Das gaben Bundesbildungsministerin Annette Schavan und ihre rheinland-pfälzische Amtskollegin  Doris Ahnen bereits vergangene Woche in Berlin bekannt.

Die Förderung ist zweckgebunden und teilt sich auf drei verschiedene Konzepte auf, mit denen sich die FU um Mittel aus dem Qualitätspakt Lehre beworben hatte. Diese sind: das interaktive Programm SUPPORT, mit dem die Wahl des passenden Studienfachs erleichtert und Abbrecherquoten verringert werden sollen, ein Mentorenprojekt, das Studierenden bei ihrer Selbstorganisation unterstützen soll und schließlich Schulungen für Dozenten für den Einsatz neuer Medien in Lehrveranstaltungen. Eine Hälfte des Budgets kommt dem Mentorenprojekt zugute, jeweils ein Viertel fließt in die anderen beiden Maßnahmen. Die Förderung läuft vorerst bis zum Jahr 2016.

Die Konzepte wurden unter anderem aus den Ergebnissen der letzten Bachelor-Evaluierung 2010 entwickelt, so Präsident Peter-André Alt. Diese hätten gezeigt, dass Studierende häufig unsicher bei der Gestaltung ihres Studieneinstiegs seien.

Was viele Studenten ärgern dürfte: Die Bewilligung der Fördermillionen kommt zu einem Zeitpunkt, an dem an anderer Stelle massive Qualitätseinbußen in der Lehre zu befürchten sind. So drohen am politikwissenschaftlichen Otto-Suhr-Institut (OSI) für das Sommersemester viele Lehrveranstaltungen wegzufallen. Die im Mai verabschiedete Novelle des Berliner Hochschulgesetztes verbietet nunmehr die Vergabe unbezahlter Lehraufträge. Etwa ein Fünftel der OSI-Lehre wurde bisher von gering und nicht bezahlten Lehrbeauftragten geleistet.  Für das laufende Semester musste das Institut für 59 der insgesamt 86 Lehraufträge knapp 60.000 Euro aus seinen finanziellen Reserven mobilisieren. Die sind für das kommende Halbjahr aufgebraucht.

OSI-Lehre gesichert

Das Präsidium hingegen sieht das OSI auch zukünftig gut aufgestellt. Die Regellehre sei durch das hauptberufliche Personal gesichert. Wie umfangreich das Zusatzangebot, dass bisher durch die Lehraufträge gesichert wurde, sein könne, sei Sache des Fachbereichs. Nach Bedarf können Lehrveranstaltungen auch über das Nachwuchsförderkonzept der FU abgedeckt werden. In dessen Rahmen sollen junge Wissenschaftler praktische Lehrerfahrung sammeln können.

Ob die millionenschwere Finanzspritze für die präsidiumskritischen Studierenden einen Schritt in die richtige Richtung darstellt, ist bisher unklar. Der AStA äußerte sich auf Anfrage nicht zu den geplanten Fördermaßnahmen.

Das Bund-Länder-Programm für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre, so die offizielle Bezeichnung, ist eine von drei Säulen des Hochschulpakts 2020. Es wurde 2010 von der GWK ins Leben gerufen. In der zweiten Runde hatten sich 169 Hochschulen für eine Förderung beworben; 102 erhielten eine Zusage. Neben der FU wurden Fördermittel ebenfalls der Technischen Universität (10,5 Mio. Euro) und der Universität der Künste (1,3 Mio. Euro) zugesprochen. Für den Qualitätspakt Lehre sollen bis zum Jahr 2020 insgesamt zwei Milliarden Euro in die Hochschulen fließen.

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