Alle Jahre wieder | FURIOS Online
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Alle Jahre wieder

Die Schlange vor dem Festsaal Kreuzberg bei der Semesterauftaktparty vergangenen Donnerstag war geeignet, eine Massenpanik auszulösen – nicht zum ersten Mal. Von Valerie Schönian

Vergangenen Donnerstag fand die traditionelle Semesterauftaktparty der FU-Fachschaftskoordination im Festsaal Kreuzberg statt. Wer hineinwollte, dem verging die Feierlaune jedoch erst einmal. Um 22 Uhr war die Schlange von feierfreudigen FU-Studierenden schon so lang, dass ihr Ende kaum noch auszumachen war. Irgendwann zwischen 23 und 24 Uhr ging vor dem Festsaal Kreuzberg dann nichts mehr. Mit Mühe wurde der Eingang mit einem Gitter versperrt. Doch die Leute drückten weiter.

Der Punkt, an dem es einfach zu viel wurde, kam schleichend, aber irgendwann war er erreicht. Ein Absperrgitter, das zwar mit fünf Metern viel zu kurz war, anfangs jedoch wenigstens noch vom Eingang wegführte und die Feierwütigen dazu zwang, so etwas wie eine Schlange zu bilden, verschwand in der Menge und plötzlich kamen die Leute von allen Seiten. Die, die seit Stunden anstanden, schubsten von rechts und die anderen von links. Alle in Richtung Eingang, in der abwegigen Hoffnung, gerade sie würden vielleicht noch reinkommen. Die Masse wogte in alle Richtungen. Wer nicht wollte, wurde einfach mitgezogen.

Es ist eigentlich eine schöne Idee, das neue Semester mit einer Party einzuleiten. Aber was am letzten Donnerstag passiert ist, war nicht mehr feierlich. An der Freien Universität studieren weit über 30 000 Menschen, dazu kommen zahlreiche Studierende anderer Hochschulen Berlins. Jeder war theoretisch eingeladen. Natürlich kommen nicht annähernd alle von ihnen zur Semesterauftaktsparty der FU. Aber schon der Versuch, auch nur einen Bruchteil davon in den Festsaal Kreuzberg zu bekommen, ist irrwitzig. Der Saal war ursprünglich für Hochzeiten gedacht. Es ist daher kaum überraschend, dass die Semester-Eröffnungsparties im Festsaal Kreuzberg seit Jahren gnadenlos überfüllt sind. Trotzdem bleibt es immer beim selben Veranstaltungsort.

Keine Alternative?

Wenn es aus irgendwelchen Gründen keine Alternative gibt, muss man sich eben arrangieren. Aber gerade dann ist es doch notwendig, den Einlass besser zu organisieren. Die drei oder vier Sicherheitsleute, die sich im Eingangsbereich aufhielten, konnten kaum mehr ausrichten als das Tor zu schließen und in die Menge zu brüllen. Selbst das passierte zu einem Zeitpunkt, als die Veranstaltung schon hoffnungslos überfüllt war. Viel zu spät schrie jemand von den Veranstaltern in die betrunkene Horde hinaus, dass nicht mehr eingelassen werde und alle einen Schritt zurück gehen müssten. Viel mehr konnten sie auch nicht tun. Denn raus kam selbstverständlich auch niemand mehr. Es ging so weit, dass  irgendwann die Polizei kam und die Schlange auflöste.

Man hätte dafür sorgen müssen, dass der Zaun stehen bleibt und sich eine vernünftige Schlange bildet. Es verlangt ja niemand, dass alle in Zweierreihen händchenhaltend hintereinander anstehen. Aber es muss doch möglich sein, dafür zu sorgen, dass die Massen nicht plötzlich von allen Seiten auf einen zwei Meter breiten Eingang zudrängen.

Weshalb so viele trotz geschlossener Türen ausharrten und nach vorne drängten, obwohl es da einfach nicht mehr weiter ging, muss ebenfalls ein Rätsel bleiben. Immer wieder versuchten einige lauthals, den Hinteren das Sackgassenprinzip verständlich zu machen und sie zu bitten, doch etwas zurück zu gehen. Nett gemeint, aber darauf reagiert in so einer Situation natürlich niemand. In die zwei Zentimeter, die man zurückweicht, könnte sich ja jemand anders drängeln. Auch bei Studierenden läuft es offensichtlich getreu dem Motto: Alkohol rein, Gehirn aus.

Ob das Chaos nur von vereinzelten Personen ausging oder nicht – die Masse macht’s eben. Das mag eine traurige Erkenntnis sein, doch bei so einer Veranstaltung muss damit gerechnet werden. Das nächste Mal sollte man vielleicht einfach einen größeren Raum mieten oder zwei, drei Sicherheitskräfte mehr engagieren. Damit es nicht heißt, alle Jahre wieder.

9 Kommentare

  • FaKo steht für Fachschaftskoordination, nicht für FU-Fachschaftsinitiativenkonferenz.
    Ansonsten: gehen euch die Themen aus?

  • Danke für den Hinweis. Ist korrigiert.

  • Thema top, Umsetzung flop: Ziemlich fad geschrieben. Wo bleibt die Lust am Journalismus, wo bleibt das, was den Leser an den Text fesseln soll?

    Da ist nichts außer ein fettes Gähn.

  • @ junger…

    „Ziem­lich fad geschrie­ben. Wo bleibt die Lust am Jour­na­lis­mus, wo bleibt das, was den Leser an den Text fes­seln soll? “

    Jetzt interessiert es mich mal, was Du damit zum Ausdruck bringen möchtest?

    Soll Blut fließen, Massenpanik, Kampfhubschrauber, Batman, eine Erdbeben der stärke 12, die USA drohen mit einem atomaren Erstschlag…oder…?

    Wo entdeckst Du die fehlende „Lust am Journalismus“?

  • Liebe Valerie,

    ich vermute mal, du hast mit nicht mal probiert, mal mit den Veranstalter_innen zu sprechen, oder? Das wäre nämlich sinniger gewesen, als hier den impliziten Vorwurf zu formulieren, die FaKo würde Menschenleben gefährden. Folgendes hättest du erfahren können:
    1. Die Security wird vom Festsaal gestellt. Die FaKo hat darauf keinerlei Einfluss und kann maximal probieren, die netten Herren zu beaufsichtigen.
    2. Der Festsaal ist für die Größe konkurrenzlos günstig. Es wurde auch dieses Jahr wieder versucht, Alternativen aufzumachen, aber das gestaltet sich schwierig. Wenn du einen konkreten Vorschlag hast, dann her damit.
    3. Wenn du so eine massive Kritik an der Organisation hast, mach doch bitte selber mit. Es steht allen Menschen frei und es ist auch ausdrücklich gewünscht, dass sich mehr Leute daran beteiligen. Denn immerhin stehen jedes Mal dieselben bis um 8 Uhr morgens im Veranstaltungsraum und räumen auf…

    Und bevor es heißt, hier würde keine Kritik ertragen: Ich finde, es macht einen großen Unterschied, wie und auch wo mensch sie formuliert – und ein offensichtlich im Frust geschriebener Kommentar ist alles andere als hilfreich.

    Mit den besten Grüßen
    Steffen

  • @Stefan:

    Ach das finde ich aber ulkig.

    Ich dachte immer, wenn man eine Lokation anmietet, weiß man ungefähr wieviele Besucher man erwartet, denn die Zahl kennt nur ihr und nicht der Vermieter der Lokation. Der kennt nur seine Raumgröße und wie er dort für die Sicherheit sorgt. Danach sucht man sich einen Ort, der den gesetzten Bedingungen gerecht wird. Dann verhandelt man mit dem Anbieter des Ortes, zum Beispiel auch über die Anzahl der Security, und wenn man sich einig geworden ist, unterschreibt man den Vertrag, wenn nicht dann nicht und sucht weiter. Mit der Unterschrift kennt man die Bedingungen an.

    Damit ist es glatt gelogen, dass ihr angeblich keinen Einfluß auf die Sicherheit der Gäste hattet. Für Sicherheit sorgt man im Vorfeld und nicht dann wenn es zu spät ist. Das der Raum zudem noch viel zu klein ist, wisst ihr von der Veranstaltung im Vorjahr am selben Ort, wie die Autorin schreibt. Zudem waren in diesen Jahr sehr viel mehr Studierende zu erwarten.

    Woher kenne ich bloß denn hier dargestellten erheblichen Mangel und die freche Reaktion des Veraanstalters darauf, dass alle anderen Schuld sind, Kritiker defamiert werden, Schuld nicht eingestanden wird und es nicht um Sicherheit geht, sondern: Hauptsache billig?

    Richtig.

    Die Paralelle fand im Juli 2010 auf der Loveparade in Duisburg statt. Nur der Ausgang war verheerender.
    Hier wurde auch, trotz Kenntnis aus dem Vorjahr, ein viel zu kleiner Ort gewählt und der ganze Rest dürfte auch noch frisch sein in Deinem Gedächtnis.

    Anstatt sich zumindest zu entschuldigen, wird von Dir der immer wiederkehrende Tenor erhoben und auf die Tränendrüse gedrückt, dass doch von euch armen Veranstaltern „jedes Mal die­sel­ben bis um 8 Uhr mor­gens im Ver­an­stal­tungs­raum“ gezwungen werden ihn zu reinigen. So eine Ausbeutung! Nieder mit der Monopolkapitalistischenkonkurrenzbourgeoisie!

    Dass ihr bis morgens um 8 Uhr aufräumt ist kein Ersatz dafür, dass vor eurer Tür Menschen zerquetscht werden und in der Kälte stehen.

    Ihr habt die Bedingungen festgelegt (billig) und kanntet die Bedingungen des Ortes (Raumgröße, Security, etc), die ihr im Vertrag ausgehandelt habt und welche Pflichten sich für euch daraus ergeben. Also seit ihr für die Geschehnisse auch veranwortlich!

    Wenn ich mir die Szenen durchlese, die sich bei euch abgespielt haben, möchte ich Dich mal erleben, wie Du reagiert hättest? Du wärst wahrscheinlich vor Freude nach Hause gehüpft…na klar…und hättest eine Lobhudellei über diese Veranstaltung und den heroischen Kampf der Veranstalter bis in den Morgen geschrieben.

    Ich kann Dir nur sagen „Frust“ wäre das harmloseste was an dem Abend in mir aufgestiegen wäre. Die Autorin, die euer fahrlässiges Treiben, wie ich finde, zu Recht anprangert, als eine Frustierte zu bezeichnen, macht wirklich ein erschreckender Mangel an Empathie sichtbar.

    Ebenso wie diesen Satz von Dir: „Wenn du so eine mas­sive Kri­tik an der Orga­ni­sa­tion hast, mach doch bitte sel­ber mit.“

    Wenn ihr eine Veranstaltung plant, dann liegt alle Gewissenhaftigkeit bei euch und für eure Fehler habt ihr euch, zumindest zu entschuldigen, und nicht auch noch beleidigt zu reagieren.

    Wie man große Veranstaltungen von A-Z völlig problemlos durchführt, könnt ihr von den Biologen erfahren. Wie das Ergebnis aber zeigt, gebt ihr auf Erfahrungen nicht im Geringsten etwas.

    Drollig ist auch, dass ausgerecht die FaKo sich die Polizei ins Haus holen muss, um eine von ihr durchgeführte Veranstaltung zu ordnen…puuuh.

    Schon dass die Polizei geholt werden musste, zeigt doch das Gefährdungspotenzial, das Du hier abstreitest.

    Das der Raum viiiiel zu klein ist, ist euch auch schon aufgegangen: „Es wurde auch die­ses Jahr wie­der ver­sucht, Alter­na­ti­ven auf­zu­ma­chen, aber das gestal­tet sich schwie­rig.“

    Weil es für euch schwierig war, mussten die Gäste darunter leiden: Einfach und billig ist eine sehr schlechte Devise. Wider besseres Wissen habt ihr die Sicherheit der Gäste gefährdet. Warum ihr nicht besser gesagt habt, die Veranstaltung dann nicht zu machen, ist mir völlig unerklärlich und verantwortungslos, finde ich.

  • Liebe Cora,

    es ehrt dich, dass du so „heldenhaft“ Kritisches kommentierst und verteidigst – und dass mit einschlafend-vielen Zeichen.

    Bei richtigem Lesen hättest du gemerkt, dass es sich um Steffen handelt, nicht um Stefan.

    Und der hat allemal recht: Der Text ist keine „Meisterleistung“, was Recherche (und auch die Formulierungen) angeht.

    Punkt.

  • @Clara, wenn dir Beiträge wie der von Cora zu lange sind, dann liegt die Vermutung nahe, dass du zu einer Gruppe von Menschen gehörst die gerne knappe Schlagzeilen lesen. Da bist du auf dieser Seite leider als Leserin falsch. Bild dir dann deine Meinung eben wo anders.

    @Valerie: ein für ein Campusmagazin top ausgewähltes Thema! Wenn mir beim durchlesen etwas gefehlt hat dann nur der von Cora genannte Batman oder besser Superman der die Mauer durchbricht und alle Studierenden an der Semesterauftaktparty teilhaben lässt und nicht nur 10% der Auserwählten.

  • liebe furios, mit recherche habt ihr’s nicht so, wa?
    fehler 1: nicht die veranstalter_innen von der FaKo haben die polizei gerufen, sondern die festsaal securities.
    fehler 2: im saal war es in diesem jahr bei weitem nicht so überfüllt wie etwa letztes jahr oder gar 2008. aber anstatt die bude bis zum bersten zu füllen, entschieden sich securities und veranstalter_innen dazu, den einlass lieber früher zu beenden. im prinzip ein sinnvoller gedanke; ob der zu der situation vor der tür beigetragen hat, kann mensch wohl nicht mehr feststellen.
    fehler 3: es gab keine verletzten o.ä. cora hingegen versucht das geschehen so darzustellen (kommentar #6), als hätte es fast schon tote, zumindest aber schwerverletzte und/oder traumatisierte zuhauf gegeben. das ist schlicht und ergreifend falsch. es gab gedränge, richtig. und das ist unschön, auch richtig. aber wer schon mal bei einem großen rockkonzert in der 1. reihe stand, dem ist das nichts fremdes.

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