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Jahrmarkt der Eitelkeiten

Zwischen Hörsturz und Sprengstoffhunden – wenn Widerstand zum eitlen Selbstzweck wird. Schäuble und seine Kritiker an der FU. Ein Kommentar.

Auf ihn mit Gebrüll: Schäuble und seine Kritiker an der FU

Auf ihn mit Gebrüll: Schäuble und seine Kritiker an der FU

Text: Jonas Breng                            Illustration: David Goldwich

Als wären sie aus ihrem eigenen Werbefilm gefallen. Schwarze Anzüge, gegelte Haare. Sicherheitsbeamte und Sprengstoffhunde. Sicherheit zur Sicherheit, hätte das Motto lauten können, das Schäubles Terror-Vortrag mit eingebauter Freiheitsdebatte vom Montagabend vorweg gegangen war. Eine Debatte, die irgendwo zwischen Herzensangelegenheit und Profilneurose hin und her oszillierte. Ein Selbstgänger eben, wenn man Mr. Überwachungsstaat und seine empörten Kritiker aufeinander loslässt. Zwar brauchen sie sich eigentlich gegenseitig, wenn es Spaß machen soll. Doch die Bühne teilen, wollen sie trotzdem nicht. Also heißt es „Kriegsbemalung“ und dann auf ihn mit Gebrüll. Denn wer will schon schreien, wenn keiner zuhört. Und so war es also angerichtet für das fröhliche Hauen und Stechen.

„Freiheit stirbt mit Sicherheit!“

Als dann ein etwas bedröppelt aussehender Schäuble auf der Bühne erschien, der im schwarzen Rollkragenpulli und mit großväterlicher Lesebrille irgendwie so gar nicht zum Feindbild taugen wollte, hätte man schon meinen können, der angekündigte Sturm der Entrüstung könnte verpuffen. Doch weit gefehlt. Jetzt erst recht, war wohl das Credo. Denn kaum ein Satz war gesprochen, da hatte sich der Freiheitskampf bereits formiert. „Freiheit stirbt mit Sicherheit“, lärmte es durch die Fenster, auf den Fluren und durch die Lüftungsschächte. Aus allen Rohren feuerten sie, um auch dem Letzten begreiflich zu machen, dass wer so laut schreit doch zwangsläufig im Recht sein muss. Ein Schauspiel, ein Glanzstück. Bravo, wollte man ihnen zurufen. Doch weil es so laut ist, ließ man es bleiben.

Die Rockstars waren die anderen

Dass unter all dem Getröte und Geröre, rüttelnde Türen und hinter Spruchbändern und Plakaten die thematischen Schnitzer Schäubles untergingen, ist leider der gut gemeinten Sache geschuldet. Sich vom Dach abseilende Demonstranten stahlen dem Inhalt irgendwie die Show. Die Rockstars waren die anderen. Und so richtig wollte sich das Publikum dann auch nicht entscheiden, zwischen Sympathie und Abscheu, Belustigung und Wut für den ganzen Trubel und die linken Drohgebärden. Mal so mal so, denn spannend fand man es irgendwie trotzdem.

Endlich: Skandal!

Als einer der Demonstranten dann von den Sicherheitsbeamten Richtung Ausgang geschubst wurde, war es endlich so weit. Skandal! Der Polizeistaat hatte sich selbst die Maske heruntergerissen und präsentierte ganz ungeniert seine hässliche Fratze. Oder doch nicht? Naja egal, auf jeden Fall war es immer noch laut. Immerhin. Dass man in den Atempausen des Widerstands tatsächlich ins Inhaltliche stolperte, mag einer unglücklichen Zufälligkeit geschuldet sein, machte jedoch notwendige Kritik endlich substantiell. Nach so viel Tragik und Theatralik musste man durchatmen. Geschafft. Ein Abend wie eine gewaltige Schlangenlinie, aber immerhin eine Linie. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass Exzentrik irgendwie raumfressend sein kann, selbst wenn sie eigentlich Widerstand sein möchte. Doch die nächste Bühne kommt bestimmt. Alles auf Anfang. Bis zum nächsten Rummel, bis zum nächsten Jahrmarkt der Eitelkeiten.

19 Kommentare

  • Wow, ein echt starker Kommentar!

  • Dies ist kein Kommentar, sondern ein änglstlicher bericht. der autor schafft es nich einmal sich zu possitionieren, benutzt permanent das völlig entindividualisierte (und patriarchale) „man“. der autor versteckt sich hinter dem publikum, statt seine symphatien zu zeigen und die linken chaoten, linksextremisten und potenziellen terroristen endlich ordentlich zu beschimpfen…

    perspektivloser neutralitätsjunkie, nimm dir ein beispiel an den (neo-) liberalen anderen autoren dieser unintererssanten reaktionären zeitung.

  • Lieber machnow, du hast dich offensichtlich auf dieser Seite gut eingelebt. Aber glaubst du wirklich, eine Zeitung wird dadurch
    uninteressant und reaktionär, indem du sie immer wieder stur als solche beschimpfst? Offensichtlich ist sie ja interessant genug, dass du mit jedem erscheinenden Artikel wiederholst, wie uninteressant sie doch sei.

    Schreibt jemand einen sachlichen Artikel (wie man das im Journalismus macht), beschwerst du dich, er würde keine Position beziehen. Schreibt jemand einen Kommentar, wirfst du ihm prompt vor, reaktionär, sexistisch, neoliberal, patriachisch und sonstwas zu sein. Und schreibt jemand einen linken Kommentar, behauptest du, er würde sich verstellen und traute sich in Wirklichkeit nur nicht, deine obigen Feindbilder auszuleben. Hast du eigentlich nichts besseres zu tun?

    Ich finde den Kommentar von Jonas gelungen. Das ist die sachliche Berichterstattung und offene Meinungsplattform, die dem Campus fehlt.

  • auch mein lob an den autor.

    dein kommentar dagegen ist so propagandistisch wie dämlich, machnow.

    eine linguistische diskussion als höchstes politikum zu betrachten ist eine sache, lügen und beschimpfungen zu verbreiten eine andere. darüber lässt sich nicht reden. aber das willst du sicher auch überhaupt nicht, denn beim diskutieren muss man argumente haben und verstehen können. eine eigenschaft, die du bei deinem selbstgerechten und -verliebten kampf für eine bessere welt (uh, wollen aber gar nicht alle in deiner welt leben, komisch, was?) wohl irgendwann verloren hast.

  • 🙂 alles linke chaoten, außer mutti!

    nur weil der autor keinen arsch in der hose hat, die journalistischen textformen nicht versteht und seine meinung nicht offen vetreten kann, muss ich nicht nachlässig und zurückhaltend sein!

    ich hab wenigstens eine meinung! ich finde schäuble soltle endlich einsehen, dass er ein psotraumatisches syndrom hat und permanetn versucht seine lebensgefährliche verletzung nachträglich ungeschehen zu machen indem er den sicherheitsapparat gegen den bürger in stellung bringt.

    früher nannte mensch das DDR. heute demokratie! super!

  • Schön an einem Kommentar ist ja, dass man auf verschiedene Art und Weise an ihn herangehen kann. Klar kann man der Leserschaft seine Meinung Marke Vorschlaghammer an den Kopf knallen. In wie fern das journalistisch „richtig“ oder geschickt ist, sei jetzt mal dahingestellt.
    Jedenfalls ist es ebenso legitim, einen subtileren, sachlichen Kommentar zu verfassen, in dem man seinen Eindruck von einem Ereignis zu vermitteln versucht (in diesem Fall übrigens sehr gelungen, wie ich finde). Ein solcher Kommentar regt übrigens eher zum Nachdenken an als eine propagandistische Hetzschrift.
    Man muss seine Ideologie nicht immer vor sich her tragen. Schreckt meiner Erfahrung nach mehr ab, als dass es Leute zum Lesen und Mitdenken anregt, was ja irgendwie das Ziel eines Journalisten sein sollte.
    Im Übrigen gibt es Schlimmeres, als ein Neoliberaler zu sein – z.B. ein ultra-linker/-rechter Hitzkopf (nimmt sich in einigen Bereichen nicht so viel wie man gerne denken möchte).

  • das ist ein kommentar.

    Anders als bei den informierenden Darstellungsformen ist die Meinung des Journalisten beim Kommentar, dem Leitartikel und der Glosse sogar Pflicht. „Aber auch Verpflichtung“, wie Volker Matthies erläutert. „Denn es geht nicht darum, ‚Dampf abzulassen‘. Die Meinungsäußerung des Journalisten soll stattdessen Orientierung geben. Die Bedeutungen von Ereignissen oder Problemen klarmachen und interpretieren, sie soll Zusammenhänge erschließen.“

    (quelle Bayrischer Rundfunk)

    als, wenn der autor die art und weise des protestes unangemessen fand, dann soll er es schreiben und sich nicht hinter einem unpersönlichem „man“ oder einer vermeintlichen meiunung des publikums verstecken. ein „ich“ (oder die redaktion) wäre hier sehr viel angebrachter.

    was „man“ denkt, müßte erst einmal genauer beschrieben werden, nämlich durch die reaktionen des publikums und der zuhörer_innen auf das geschehen, was die kritiker_innen losgetreten haben.

    schäuble kommt zwar, genau wie die kritiker_innen schlecht weg, was durchaus nachvollziehbar rüberkommt – er war wohl offenbar arrogant, oberflächlich, müde und eigentlich genervt – aber trotzdem fehlt auch hier das ich.

    also…

    Kommentar und Glosse geben – auf je eigene Art – die Meinung des Journalisten und seiner Redaktion wieder. Sie erklären und deuten gesellschaftliche Ereignisse und Zusammenhänge, der Kommentar mit Argumenten und die Glosse mit Ironie.

    das fehlen dieser journalistischen merkmale habe ich kritisiert und sie selbst (provokant) in den zusammenhang der zeitung gebracht.

    es ging mir nicht darum die meinung zu diskreditieren, sondern sie offen und transparent – eben nicht subtil oder zwischen den zeilen – lesen zu können.

  • ach machnow, habe gerade dieses lied im kopf – nimms nicht persönlich.

  • 😆 geniale argumentation. sowas kenn‘ ich eigentlich nur von autonomen, punks, chaoten und anderen ideologisierten gefährdern. wahnsinn. das lernt mensch garantiert im männerkreis der FURIOS. 😆

  • Drollig die stereotypen Beschimpfungsphrasen des „machnow“ und wem wundert es…naaatüürlich… ein Kerl!

    Eben beschimpft er den „Männerkreis“ noch, schon enttarnt er sich selbst als Mann und von der besserwissenden Sorte auch noch.

    Applaus!

  • Der Kommentar und die Debatte sind mir eigentlich ziemlich wurscht. Ich finde die FURIOS tatsächlich nicht so interessant. Leider, wenn man vor Augen hat, was sie mal werden sollte. Aber egal.

    Eigentlich will ich nur was zu Julias Kommentar sagen. Bitte bitte bitte sei vorsichtig mit dieser Gleischsetzung von rechts/links. Das ist in diversen Kreisen, z.B. Tagesspiegel-Milieu, schon Standard geworden. Und da ist es schon schwer zu ertragen. Aber jetzt hier? Jeder vernünftig denkende Mensch muss doch erkennen, dass rechts sein auf einem Menschen- und Gesellschaftsbild basiert, das einmalig schlimm ist. Wer dann diese Gleichsetzung macht, kommt gar nicht darum herum, rechtes Gedankengut zu relativieren und verharmlosen.

  • Hallo Stefan,

    „Jeder vernünftig denkende Mensch muss doch erkennen, dass rechts sein auf einem Menschen- und Gesellschaftsbild basiert, das einmalig schlimm ist.“

    Zur Ultra-Linken finde ich, wie Julia, gibt es keinen Unterschied (–> Baader-Meinhof, RAF, Rote Brigaden usw.). Wenn Du die nicht auch einmalig schlimm findest, solltest Du vielleicht genauer erklären, was bei den Rechten denn „einmalig“ schlimmer sein sollte als bei denen.

    Auch dein zweites Zitat: „Wer dann diese Gleichsetzung macht, kommt gar nicht darum herum, rechtes Gedankengut zu relativieren und verharmlosen.“ kann ich wirklich nicht verstehen und worauf beruht denn deine Unterstellung? Wenn man linke und rechte Terroristen (als Beispiel) gleichsetzt, dann würden alle, die das machten, den rechten Terrorismus verharmlosen? Vielleicht solltest Du das noch einmal überdenken, finde ich.
    Das linker Extremismus automatisch der bessere sei als der rechte, empfinde ich als eine schlimme Verharmlosung des Linksetremismuses. Eine seltsame Verklärung von Dir. Aber vielleicht hast Du darüber auch nicht sehr gut nachgedacht.
    So eine Ansicht wundert mich, um Dich wieder zu zitieren „jetzt hier“ von einem sich als „vernünftig denkenden Menschen“ erklärenden zu lesen.

  • Die Extremismustheorie wird sehr gerne von rechtskonservativen, neurechten und zum Teil offen von der nationalistischen selbsternannten Avantgarde genutzt. Es wird behauptet, daß linke Gewalt mindestens ebenso gefährlich wäre, wie rechte udn deshaln dementsprechend geäahndet werden muss.

    Cora meint das offenbar auch und verharmlost deshlab die Beschneidung von Freiheitsrechten, die Kontrolle und Bespitzelung, die die Stasi besser nicht hinbekommen hätte, völlig staatsaffin als harmlos. Die linken Chaoten daeggen wären gefährlich. Sie machen zwar, vielleicht nicht konformistisch und viel zu aktionistisch uaf einer Mißstand aufmerksam, der durhcaus kritisiert werden sollte. Aber so gehts nun wirklich nicht…

  • Die „extremismustheorie“, die Cora hier offenbar zur Abgrenzung zw. vermeintlichen Demokrat_innen und Extremist_innen heranzieht, wird von rechtskonservativen und zunehmend auch der „neuen Rechten“ im politischen Kampf gegen die Linkspartei und andere linke außerparlamentarische Bündnisse etabliert. Eckhard Jesse war der erste Politwissenschaftler, der aus Chemnitz eine vermeintliche Verharmlosung des linken Extremismus begegnen wollte und offensiv die Gefahr von links mindestens als genauso gefährlich, wie den „Rechtsextremismus“, beschrieb.

    Deshalb ist es kein Wunder, daß „neurechte“ Theoretiker_innen und ganz besonders Anhänger der konservativen Revolution mit der Extremismustheorie gegen Linksextremisten polemisieren und eine sehr viel größere Gefahr von links phantasieren, als von rechts. Diese Leute behaupten, Programme gegen rechts wären Steuerverschwendung und sollten sich lieber gegen links oder wenigstens gegen alle Extremist_innen von links und von rechts richten, so wie es Schwarz / Gelb nun plant.

    Aus dem Kreis um Wenzel und der rechten Blauen Narzisse wird dieses Vorhaben deshalb
    frenetisch als „ein Schritt in die richtige Richtung“ gefeiert (siehe Informations- und Dokumentationszentrum gegen Linksextremismus und Gewalt). Cora würde dem ganz bestimmt uneingeschränkt zustimmen, würde ich vermuten.

    Der hier vorliegende Kommentar, der eigentlich keiner ist, zu einer Veranstaltung eines jüngeren Carl Schmitt Epigonen atmet eine ähnliche Extremusmusdichotomie. Jonas Breng kann dabei offenbar auf seine Schülerpraktikumserfahrung bei der BILD zurück greifen. Wobei ich ihm zu Gute halten muß, daß er nicht so explizit, sondern bemüht neutral schreiben möchte. Vielleicht versucht er sich als Schiedsrichter der vernünftigen Mitte.

    Wenn es wirklich um einen Rechtsstaat gehen würde, um bürgerfeindlichen Extremismus und demokratische Freiheitsrechte, dann dürfte das Parlament wohl kaum immer wieder in Sicherheitsfragen vom Verfassungsgericht zurückgepfiffen werden. Es waren schon einige gesetze, die von dort als Verfassungsfeinlich gekippt wurden. Das frag ich mich schon, wo die „wahren“ Extremist_innen sitzen: im besetzen Haus wohl eher nicht. Im Sportlerheim des BFC schon eher, ganz sicher aber im Inneministerium, dem BKA und in den Büros der Bundesanwaltschaft.

  • propaganda oder wissenschaftlicher vortrag? eindeutig, denke ich! hier der ganze misere vom 19.10.:

    http://www.jura.fu-berlin.de/einrichtungen/we3/professoren/ls_heintzen/veranstaltungen/0910ws/Ringvorlesung_Terrorismus/Vortrag_Sch__uble_vom_19_10_2009__Was_ist_Freiheit_ohne_Sicherheit_SKIR.pdf

  • Nun noch meine kleine Antwort, eher salopp formuliert. Obwohl ich bemerken muss, dass ich schon ne ganze Menge über das Thema nachgedacht habe. Das nur als Hinweis für Cora.

    Ich finde, man sollte jeder Bewertung von radikalen oder extremistischen Betrebungen nicht nur ihre Taten, sondern auch ihre Ideologien zugrunde leben. Selbst die hier genannten Extrembeispiele linker Bewegungen basieren doch ganz grob gesagt auf einer Weltanschauung, die von der Notwendigkeit einer Befreiung des Menschen ausgeht. Dahinter steht auch ein Gesellschafts- oder Menschenbild, dass vom Recht eines jeden Individuums auf Freiheit ausgeht, frei von jeder Diskriminierung, Ausgrenzung oder Verfolgung durch jede Form materielle oder nichtmaterieller Merkmale.

    Wenn nun also solche Ziele durch unbestritten nicht zu verteidigende Taten wie das Töten von Menschen verfolgt werden, dann sind diese Taten zwar zu verurteilen, die durch sie transportierten Inhalte kann man aber weiter unterstützen oder zumindest dikutieren.

    Und genau da liegt der Unterschied zu den Spielarten des Rechtsextremismus. Wer daran glaubt, dass bestimmte Menschen weniger wert sind als andere, und diesen Glauben in die Praxis umsetzt, verlässt eben nicht erst durch seine Tat die Grundlage des menschlichen Zusammenlebens. Auch die hier transportierten Inhalte sind akut gefährlich, da sie – eben anderes als auf der linken Seite – an sich schon das Vernichten von Menschen befürworten und auch fordern.

    Von daher sollten rechte Gewalt und rechte Gedanken einfach uneingeschränkt verurteilt werden. Abseits jeder Diskussion über Sinn und Zweck von Gewalttaten mit einem linken Hintergrund. Wer rechte Ideologie aus einem vielleicht auch gut gemeintem liberalen Verständnis in einen Ring mit anderen wirft, macht diese zu verhandelbaren Meinungen. Sie sind und bleiben aber nichts anderes als ein Verbrechen.

  • Als selbsternannter Linker schreibst Du Stefan: „Dahinter (dem linken Gesellschaftsbild A.d.V) steht auch ein Gesellschafts- oder Menschenbild, dass vom Recht eines jeden Individuums auf Freiheit ausgeht, frei von jeder Diskriminierung, Ausgrenzung oder Verfolgung durch jede Form materielle oder nichtmaterieller Merkmale.“ Soso…den praktischen Beweis sind die Linken bis jetzt aber schuldig geblieben. Oder willst Du hier ernstahft behaupten, dass z.B. die DDR frei „Diskriminierung, Ausgrenzung oder Verfolgung“ war? Schon alleine, dass mir und dem Autor des Artikels unterstellt wird rechts zu sein, ist schon Diskriminierung.

    Weiter.

    „Von daher sollten rechte Gewalt und rechte Gedanken einfach uneingeschränkt verurteilt werden.“ …Zustimm! Aber… „Abseits jeder Diskussion über Sinn und Zweck von Gewalttaten mit einem linken Hintergrund. “

    Wenn also ein Linker jemanden Gewalt antut, weil dieser nicht seiner Ansicht ist, dann ist das gut und edel bzw. man kann darüber diskutieren. Wenn es ein Rechter tut trifft dies nicht zu. Was ist das für eine Menschverachtende Ideologie, der du folgst?
    Ich lese darin auch, dass linke Gewalttaten „Sinn und Zweck“ haben und rechte nicht. Absurd!

    „Auch die hier transportierten Inhalte sind akut gefährlich, da sie – eben anderes als auf der linken Seite – an sich schon das Vernichten von Menschen befürworten und auch fordern.“
    Auf dem Papier kann ich viel schreiben, was aber zählt sind die Handlungen. Was nützen mir denn die schönsten Weltanschauungen, wenn ich meine Aggressionen nicht unter Kontrolle habe. Wenn ich der irrigen Ansicht bin, ich hätte die Wahrheit nur für mich gepachtet.

    „Selbst die hier genannten Extrembeispiele linker Bewegungen basieren doch ganz grob gesagt auf einer Weltanschauung, die von der Notwendigkeit einer Befreiung des Menschen ausgeht.“
    Daran glauben ja die Rechten auch und nicht nur die. Die Christen wollten die Welt vom Unglauben befreien. Die Kolonialisten die Welt von der Unkultur. Letztendlich münden alle diese Ideologien, die ständig jemanden anderen von etwas befreien müssen zu glauben in die Praxis der Unterdrückung anderer Denkungsarten und das sind nicht immer die extremistischen Arten. Kaum ist man aus dem einen Gefängnis befreit, landet man schon im nächsten. Die DDR mag hier nur ein Beispiel sein, denn hier wurde alles unterdrückt was nicht auf der ideologischen Linie der SED lag. Eine Gewehrkugel oder eine Granate abgeschossen von einem sowjetischen Panzer ist die Ideologie des Abschiessenden egal. Das Ergebnis ist aber immer das Gleiche: Menschenopfer. Vorne trifft mich die Kugel eines Nazis,von hinter die eines Rotarmisten und über die des Rotarmisten darf ich mich freuen. Ein Toter diskutiert nicht mehr über Ideologien. Deine Ansichten Stefan, beinhalten abscheuliche Gewaltverherrlichung!!

    Wer zwischen Verbrechen hinsichtlich ihrer ideologischen Motivation einen Unterschied macht, ist für mich kein Mensch zu dem ich Kontakt haben möchte, geschweige denn mit dem ich weiter diskutieren möchte. Da leben wir zwar in der selben Welt aber auf verschiedenen Planeten.Denn es läuft dabei immer auf das eine hinaus: Die Meinung anderer wird ideologisch hart negiert, diskreditierende Unterstellungen werden provokatorisch erfunden und die eigene Meinung lässt man somit im künstlich erschaffenen Sonnenlichte blendend erstrahlen. Dabei werden immer wieder die gleichen stereotypen Parolen rezidiviert, die nur zwei Möglichkeiten beinhalten. Freund oder Feind!
    Dieses dumpfe Spiel langweilt mich.

  • Na du schiebst mir ja die Worte ganz schön in den Mund. Ich und menschenverachtend, da musste ich ganz schön lachen. Dabei kennst du mich ja gar nicht. Aber egal, hier gibt es keine Diskussionsgrundlage, wir folgen glaube ich komplett anderen Axiomatiken des Denkens. Verstanden fühl ich mich von dir jedenfalls überhaupt nicht. Der erste Absatz ist bezeichnend. Was redest du da? Darum gehts mir doch gar nicht. Aber danke für das Beispiel DDR. Willst du denn behaupten, dass man DDR und NS-Staat auf eine Stufe stellen, bzw. überhaupt vergleichen kann?

    Ich bin übrigens der Ansicht, dass jeder Mensch einer Ideologie folgt. Du würdest dich wahrscheinlich als postideologisch bezeichnen oder so… Da gehts schon los.

    Achso, und was ist dann deiner Meinung nach mit den ganzen Gewalttaten, die staatlich legitimiert geschehen? Ist es nicht auch ein ideologisch motiviertes Verbechen, wenn die Bundeswehr in Afghanistan Menschen tötet? Konsequenterweise müsstest du auch da sagen, dass du damit nichts zu tun haben willst.

    Übrigens hab ich nicht mit einem Wort gesagt, dass du rechts bist.

  • Ich finde es ehrlich gesagt ein bisschen erschreckend, dass hier überhaupt darüber diskutiert werden muss, ob, und wenn ja welche, Gewalttaten legitim sind. Ich denke, was Cora sagen will (wenn ich mir jetzt mal anmaßen darf, für sie zu sprechen), ist, dass Gewalt an sich, egal durch wen und warum sie verübt wird, abzulehnen ist. Gewalt wird nicht „besser“ oder „ehrenhafter“ dadurch, dass sie aus den richtigen Motiven heraus begangen wird. Soll heißen, selbst wenn du einen Vergewaltiger und Mörder kleiner Kinder im Alleingang tötest, ist dein Motiv zwar grundsätzlich ehrenhaft, die Tat an sich ist aber trotzdem falsch. Ich entschuldige mich für dieses abgedroschene Beispiel, ich wollte nur eins nehmen, bei dem dann keiner ankommt und das Motiv bezweifelt.
    Zu rechts/links. Erst mal eine Klarstellung: Es ging mir um die ultraradikalen Gruppierungen ganz am Rande des Spektrums. Selbstverständlich sind die Ideologien nicht vergleichbar, hab ich auch nie behauptet. Aber die Verhaltensweisen, die Rhetorik (von einigen Schlüsselwörtern mal abgesehen) und eben auch die Gewaltbereitschaft sind sich erschreckend ähnlich.
    Ich vertrete nach wie vor die Meinung, dass niemand mit einem pöbelnden Mob in den Diskurs treten will. Da ich nach wie vor jedem Menschen eine gewisse Grundintelligenz nicht absprechen will, muss ich unterstellen, dass die meisten ultraradikalen Chaoten an den Abgründen beiderseits des Spektrums um diesen Umstand wissen und einfach unter dem Deckmantel einer politischen Ideologie ihrer Lust am Krawall frönen wollen. Und das wiederum sollte jeden ernsthaften Verfechter einer bestimmten Politik ärgern, denn dadurch wird niemals irgendwas erreicht.

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