Italienischer geht’s nicht | FURIOS Online
FURIOS wünscht Euch schöne Semesterferien! Aktuelles rund um die FU gibt es hier wieder ab dem 13. Oktober.
Bis dahin viel Spaß mit unseren wöchentlichen Ferienserien FURIOS auf Reisen und Berlins Bibliotheken im Test!

Italienischer geht’s nicht

Fanny Duelli verbringt ihre Sommer seit Jahren in Ripatransone, einer lieblichen Ortschaft auf einem Hügel an der Adria. „La dolce vita“ lernt sie von den Meyerls – den deutschen Auswanderern von nebenan.

DSCN1222

Meyerls Muli: Nutztiere gehören in jeden rustikal-italienischen Haushalt.

Text und Foto: Fanny Duelli

Meine Eltern besitzen ein Haus in den Marken, einer touristisch noch recht unerschlossenen Region an der Adria – was sie stolz und mich glücklich macht. Frische Feigen aus Nachbars Garten zum Frühstück, Tomaten vom Feld zu Abend. Und hin und wieder werden wir zu einem Festessen eingeladen, erst neulich von den Meyerls. Es ist angenehm, deutsche Rentnerauswanderer als Nachbarn zu haben. Schließlich ist niemand „italienischer“. Die Meyerls haben wir auch schon mal „Schlaumeyerls“ genannt, da sie jeden erdenklichen Kurs im Bereich „rustikales italienisches Landleben“ absolviert haben (was sie einen spüren lassen), darunter ein Käseherstellungskurs, ein Überlebenstraining in den Alpen und ein Mulierziehungskurs. Klar ist ein Mulierziehungskurs wichtig für die Meyerls, denn sie halten sich zwei Maultiere, mit denen sie in naher Zukunft auch ihr Land bestellen wollen. Zu 80% leben sie von Eigenwirtschaft.

Kleines Hausschaf im Steinofen

Bei Meyerls waren wir also zu einem größeren Hammelessenfest geladen. Tags zuvor hatte mein Vater geholfen, das anderthalbjährige männliche Hausschaf (neben Mulis und Schafen bieten die Meyerls übrigens auch zwei Katzen und einem hyperaktiven Bodercolly namens „Tweed“ ein Zuhause) für den Kochtopf einzufangen. Es schmeckte wunderbar. Was nach Aussage der Meyerls an der unvergleichlichen Landschaft liegt, in der das Tier aufwachsen durfte. Wie den Braten werde ich auch die Ofenkartoffeln und die Zwiebeln nicht vergessen können, die gemeinsam mit dem Fleisch im Steinofen garten.

Täglich grüßt das Maultier

Dieses Jahr wollten wir Meyerls Mulis reiten. Was sich als schwieriger herausstellte, als wir dachten. Denn bevor sich Mulis reiten lassen, muss man eine Beziehung zu ihnen herstellen. Das ist wie mit Menschen. Meine Freunde und ich gingen Tag für Tag zu den Mulis. Zunächst haben wir uns über ihr Wesen im Generellen informieren lassen, dann durften wir sie anfassen und führen, bis endlich der Tag X kam – und wir doch nicht auf ihnen reiten durften. Denn wir kamen eine Viertelstunde zu spät, da wir noch einen Kuchen für die Meyerls gebacken hatten. Große Enttäuschung, die aber noch durch eine spontane Einladung zum Pastaessen kompensiert wurde.

Italien nach Drehbuch

Auch die „wahren“ Italiener führen mir täglich Klischees vor Augen. Da ist das ältere, befreundete Ehepaar, Giovanni und Rita, die mich jedesmal in die Wange kneifend mit „oh che bella bionda“ begrüßen und mit Geschenken überhäufen. Und dann ist da der nette Opa im Restaurant am Nebentisch, der genüsslich seine „frittura mista di pesce“ in sich hineinstopft, als hätte er Tage nichts zu essen bekommen. Dabei gestikuliert er wild mit den Händen und unterhält sich lautstark mit seinem Tischnachbarn. Obwohl ich mich in Italien auch heimisch fühle, unterscheidet sich mein Italien-Bild keineswegs von dem Jan Weilers. Ich komme mir oft vor wie in einem Adriano Celentano- Film.

4 Kommentare

  • … ein absolut nichts sagender, flacher und schlecht geschriebener Artikel, der nichts über Italien, geschweige denn über die Region Marken aussagt, und unberechtigterweise Leute verunglimpft!

  • Die Hunderasse wird Border Collie geschrieben. Sonst fehlt mir vor allem ein roter Faden im Text und es gibt Dinge die ich nicht verstehe: Warum führt eine Verzögerung von 15 Minuten zu einem Muli-Reitverbot? Zum Ende hin nützt es nichts mit Verweisen auf Personen zu arbeiten, die dem Leser wahrscheinlich unbekannt sind und deren Werk er nicht kennen muss. Also: Was ist Jan Weilers Bild von Italien, was zeichnet einen Adriano Celentano-Film aus?

  • aha

  • Fanny, lassen Sie sich von den Kommentaren nicht beirren. Logik hin, Logik her. Alle Vorredner konnten Italien nie so erleben wie Sie, sonst hätten sie den Faden gefunden. Das schöne italienische Leben und kuriose Auswanderer sind eine Bereicherung des Lebens. Weiterhin viel Spass in Ripa

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Meine Ex

Letzte Woche hat Marlene Göring ihre Ex besucht. Die Ex ist groß, laut und ein bisschen verrückt. Sie ist die Hauptstadt von Großbritannien, und die beiden haben ein Jahr zusammen verbracht. Ein Wiedersehen mit London.  » weiterlesen