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Neue Demokumpel: Lenzen und der AStA?

Beim Bildungsstreik finden AStA und Unipräsidium wieder zueinander. Eine außergewöhnliche Allianz?

freitagskommentar

von Johannes Hub

Unter dem Motto „Geld für Bildung, statt für Banken!“ läuft ab 15. Juni bundesweit der Bildungsstreik. Schüler, Studenten, Lehrer und Universitätsangestellte fordern gemeinsam die Demokratisierung von (Hoch-)Schulen, Chancengleichheit für alle Menschen, Abschaffung von Studiengebühren und die Verbesserung der Lern- und Studienbedingungen.

Die Studierendenvertretungen der Berliner Studenten unterstützen dieses Aktionsbündnis einheitlich – es geht hier schließlich um skandalöse Missstände an den Universitäten unter denen jeder Studierende leidet!

Lenzen und AStA mit geballter Faust?

Angeheizt wird die Stimmung durch einen Brandbrief von Wissenschaftlern der Berliner Hochschulen an den Bürgermeister und den Senat. In diesem fordern sie für die Hochschulen Zuschüsse von 175 Millionen Euro, um laufende Kosten bis zum Jahr 2013 decken zu können. Andernfalls seien die Folgen „irreparabel“.

Unerwarteter Beistand kommt nun von der Landeshochschulrektorenkonferenz (LHRK): Am 17. Juni können Studierende und Universitätsangehörige demonstrieren ohne mit Fehlzeiten rechnen zu müssen. Also ein indirekter Demo-Aufruf vom Unipräsidenten Dieter Lenzen!

Da hat sich eine überraschende Allianz ergeben. Der neoliberale Lenzen und der linksradikale AStA im gleichen Demozug – beide mit geballter Faust? Wohl kaum.

Von einer Annäherung kann keine Rede sein. Der AStA der FU begrüßt den Schritt der LHRK, aber betont, der Protest wende sich auch gegen Dieter Lenzen und man wolle sich nicht vereinnahmen lassen. Dieter Lenzen agiert mit Kalkül. Die Verhandlungen über die Hochschulverträge mit dem Senat sind seit Wochen unterbrochen. Lenzen will Druck ausüben, da kommt ihm eine große Studentendemo gerade Recht.

Was wenn Uni-Gebäude besetzt werden?

Wie weit die Solidarität der Hochschulleitung geht, ist fraglich. Welche Reaktionen gibt es, wenn Universitätsgebäude belagert oder gar besetzt werden? An der Humboldt-Universität will man den ordnungsgemäßen Ablauf der Aktionen nun gar vertraglich mit den Studierenden regeln.

Inwieweit der AStA und Dieter Lenzen tatsächlich in der Lage sind einen Großteil der Studierenden auf die Straße zu bringen, muss sich erst noch zeigen. Ein geschlossenes Auftreten wäre dringend erforderlich: Sollten die anfallenden Mehrkosten der Hochschulen nicht gedeckt werden, droht laut LHRK der Verlust von ca. 2000 Arbeitsplätzen an den Hochschulen, zusätzlich stünden 15 – 18 000 Studienplätze zur Disposition.

Das Lenzen jetzt praktisch unifrei gegeben hat, ist ein wichtiger Faktor Studenten zu mobilisieren, die sich im Zweifelsfall für das Seminar und gegen die Demo entschieden hätten. Bei allem Argwohn gegenüber Lenzen muss der AStA diese Chance nutzen! Am AStA liegt es jetzt eine Sprache zu finden mit der alle Studierende erreicht werden – nicht nur die eigene Stammklientel – denn die geht ohnehin streiken!

Ein Kommentar

  • Ich werde ganz offen an diesen „Streiktagen“ mit einer Armbinde durch die Uni latschen, auf der „Streikbrecher“ steht und subversiv an Seminaren und Vorlesungen teilnehmen!

    Der Steuerzahler dankt es uns bestimmt, daß wir die von ihm bezahlte Bildung hirnrissigerweise bestreiken.

    Macht Euch auch „Streibrecher“-Armbinden und nehmt an Seminaren teil! Das ist die effektivste Art, sich von diesen Lumpen zu distanzieren!

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